Kaltenleutgeben

Erstellt am 12. Januar 2017, 04:54

von NÖN Redaktion

Traditionsreiches Handwerk: Theologe gießt Zinn. Die Werkstätte von Robert Chlada ist eine der letzten Zinngießereien Österreichs und liefert weltweit.

Robert Chlada übernahm die Werkstatt von seinem Vater und produziert nun über 1.500 Artikel.  |  Chlada

Vom Untersetzer und Serviettenständer bis hin zum Flaschen- und Brieföffner. Rund 1.500 Artikel aus Zinn kann man in der Werkstätte Chlada in Kaltenleutgeben ordern. Neben den österreichischen Werkstätten im 1. Bezirk sowie vielen Einzelgeschäften und Internet-Anbietern liefert die Zinngießerei aus Kaltenleutgeben, eine der letzten in Österreich, auch nach Deutschland, Japan und USA.

Begonnen hatte alles im Jahr 1960. Damals gründeten die Eltern des heutigen Firmenchefs Robert Chlada, Rudolf und Herlinde, die Werkstätte in der Waldmühlgasse 14 in Kaltenleutgeben. Damals war es noch eine Gürtlerei, die auf die Herstellung von Zier- und Gebrauchsartikeln aus Messing, Kupfer, Eisen und Bronze spezialisiert war. Rudolf Chlada erzählt: „Anfang der 1970er-Jahre begann mein Vater mit der Zinngießerei, die seit 1983 verstärkt zum Einsatz kam.“

"Ich bin da irgendwie hineingewachsen“

Der studierte Theologe, der in der Werkstätte aufwuchs, übernahm vor fünf Jahren nach dem Tod seines Vaters den Betrieb und führt ihn heute mit seinem Bruder Roman und seiner Mutter. „Ich bin da irgendwie hineingewachsen“, so Robert Chlada, „habe Skizzen entworfen und bin mit auf Messen gefahren. Und auch das eigentliche Arbeiten mit Zinn faszinierte mich schon immer“.

Von der Aufbereitung des Rohmaterials, das auf rund 300 Grad Celsius erhitzt werden muss, dem Abtrennen der Angüsse bis zum Schleifen, dem Patinieren und Polieren bedarf es einiger Arbeitsschritte. „Für ein Wandkreuz benötige ich in etwa eine dreiviertel Stunde.“

Chlada, der immer offen für neue Ideen in Design und Produktion ist, nutzt auch das zunehmende Interesse an traditionellem Handwerk: Erzeugnisse der Werkstätte sind daher in der neu eröffneten Ausstellung „handWERK“ im Museum für angewandte Kunst in Wien ausgestellt. Außerdem ist der Betrieb Mitglied im Zusammenschluss „Wien Products“.

„Innovative Vertriebswege für ein Handwerk wie unseres sind für die Fortführung und Weiterentwicklung der Firma entscheidend.“