Bezirk Mödling: Bim soll auf‘s Land. Bezirks-SPÖ macht sich für eine Verlängerung dreier Straßenbahnlinien bis nach Perchtoldsdorf stark.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 29. Juli 2020 (05:14)
„Bahn frei“ in den Bezirk Mödling, nach Perchtoldsdorf und nach Kaltenleutgeben fordert Hannes Weninger gemeinsam mit den Gemeinderäten Susanne Giffinger aus Perchtoldsdorf und Peter Sedl-bauer aus Kaltenleutgeben.
Cornelia Rausch

Das Projekt der Stadt Wien, drei Straßenbahnlinien ins Wiener Umland zu verlängern, findet volle Unterstützung bei der Mödlinger Bezirks-SPÖ. Bei einer Projektpräsentation der „Wiener Lokalbahnen“ sprachen die örtlichen SPÖ-Kommunalpolitiker aus Perchtoldsdorf und Kaltenleutgeben von einer verkehrspolitischen Jahrhundertchance für die Region. „Die Weichen müssen jetzt rasch gestellt werden“, fordert Landtagsabgeordneter Hannes Weninger.

Kaltenleutgebens SPÖ-Gemeinderat Peter Sedlbauer bekräftigt: „Der PKW- und Busverkehr durch das schmale Tal von Kaltenleutgeben nach Wien ist in Hauptverkehrszeiten für Pendler und Schüler eine tägliche Herausforderung, die durch moderne Stadt-Regio-Zuggarnituren umweltfreundlich gelöst werden könnte.“

Auf Schienen gelingt die Anbindung bis Wien

Für Perchtoldsdorfs SPÖ-Chefin Susanne Giffinger wäre die Wiederinbetriebnahme der Strecke eine Chance, die Verkehrsbelastung im Ort zu verringern und den Umstieg auf Öffis zu forcieren. Die neue „Kaltenleutgebener-Bahn“ als Lokalbahn bis zur Waldmühle und als Straßenbahn bis ins Ortszentrum von Kaltenleutgeben würde die Region an die leistungsfähige Schnellbahn in Liesing und an die Straßenbahnlinie 60 über Mauer, Hietzing bis zum Westbahnhof anbinden. Weninger hält fest: „Jetzt müssen die Schranken in den Köpfen der Bundesländer fallen, an denen seit Jahrzehnten notwendige Landesgrenzen überschreitende Projekte immer wieder gescheitert sind.“

Kaltenleutgebens Bürgermeisterin Bernadette Schöny, ÖVP, hingegen meint: „Alle im Gemeinderat in Kaltenleutgeben vertretenen Parteien sind für die Reaktivierung der Bahn. Diese Bahn macht für Kaltenleutgeben aber nur bis ins Ortszentrum Sinn und nicht nur bis zur Waldmühle. Niederösterreichs Landesrat Schleritzko und Wiens Stadträtin Sima werden sich im September zu genau diesem Thema treffen und dieses im dafür geeigneten Gremium besprechen. Klar ist, dass die Bahn eine außerordentliche Aufwertung für unsere Region bedeuten würde und man damit auch kein politisches Kleingeld machen sollte, wie es von der SPÖ versucht wird.“

Und Perchtoldsdorfs Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, weist auch in seiner Rolle als Landtagsabgeordneter auf einen wichtigen Umstand hin: „Es ist schon spannend, dass mit uns als Gemeinde Perchtoldsdorf als Eigentümerin der Bahn noch niemand über das Projekt gesprochen hat. Es wäre sehr vernünftig, den Wiener Wahlkampf, der hier unübersehbar hineinspielt, außen vor zu lassen, damit das Land Niederösterreich beginnen kann, mit dem Bezirk Liesing entsprechende Gespräche aufzunehmen. Wir wollen alle das Gleiche, aber als Eigentümerin der Bahnstrecke wäre es vernünftig, auch einmal mit uns zu reden.“