Erstellt am 22. August 2012, 00:00

Karin Prokop wechselt ins Stronach-Lager!. ABGANG / Einst war die ÖVP-Politikerin als Ortschefin in Maria Enzersdorf im Gespräch: „Man steht hier nicht zu seinem Wort.“

Coup: Karin Prokop verlässt die ÖVP und schließt sich Frank Stronach an.ZVG  |  NOEN
x  |  NOEN

VON GABY SCHAETZLE-EDELBAUER

MARIA ENZERSDORF / Wirklich zur Ruhe kommt die ÖVP Maria Enzersdorf dieser Tage nicht. Bürgermeisterin Traude Obner - die NÖN berichteten - hat in der montägigen Fraktionssitzung ihren Abschied nun doch schon für Oktober verkündet - als Nachfolger steht DI Johann Zeiner ante portas.

Mit Gerti Krug hörte eine langjährige Gemeinderätin auf, ihr dürfte Dr. Merten Trompler folgen.

Zoff gab es offensichtlich rund um Gemeinderat DI Claus Schaller: „Aufgrund von Differenzen in der Auslegung seiner Arbeitsweise wurde er seiner Aufgaben entbunden“, lässt Fraktionsobmann Stephan Duursma, MBA, in einer Aussendung wissen. „Schaller wird in Zukunft auf eigenen Wunsch nicht mehr als Mitglied der VP-Fraktion geführt werden. Seine Funktionen in den Gemeinderatsausschüssen werden von der VP nachbesetzt.“ Für die Funktion des Obmannes im Ausschuss für „Ortsentwicklung und Bauwesen“ werde Gemeinderat Oliver Reith vorgeschlagen werden, ergänzte Duursma.

Prokop: „Ehrlichkeit und  Sauberkeit haben gefehlt“

Und Gemeinderätin Karin Prokop, Tochter der legendären ÖVP-Politikerin, verkündete am Samstag, dass sie den Gemeindevorstand verlässt. Sie behält ihr Mandat, ist aber nicht mehr ÖVP-Fraktionsmitglied, sondern freie Mandatarin.

Der Grund: Prokop hat sich der Stronach-Gruppe angeschlossen. Prokop: „Ich kenne Frank schon lange, er hat mich angesprochen und motiviert.“

Mit der Situation - nicht zuletzt auch in Maria Enzersdorf - sei sie schon lange nicht mehr zufrieden gewesen: „Ehrlichkeit und Sauberkeit sind mir abgegangen, ich habe erlebt, dass man hier nicht zu seinem Wort steht.“

Schließlich war Prokop als Obner-Nachfolgerin vorgesehen war. Ortschefin Traude Obner: „Sie hatte Hoffnungen auf dieses Amt, aber daraus ist eben nichts geworden.“ Dass eine Ortschefin in spe doch die Mehrheit der Mandatare, vor allem die der eigenen Fraktion, hinter sich versammeln muss, versteht sich. Prokop: „Mit den anderen Fraktionen hatte ich ein gutes Einvernehmen, aber einige ältere in der eigenen Fraktion haben quergeschossen. Ich weiß nicht, warum.“

Vize Horst Kies (Grüne) erfährt bei seinem Schweden-Urlaub im NÖN-Gespräch vom Rücktritt: „Schade, ich habe ihre ehrliche Art geschätzt.“

Duursma bleibt optimistisch: „Nach den personellen Änderungen wird die VP wie bisher ihren Kurs einer konstruktiven Zusammenarbeit für Maria Enzersdorf fortsetzen.“

ÖVP-Bezirkschef will  das Gespräch suchen

Für ÖVP-Bezirksparteiobmann Martin Schuster ist der Wechsel von Prokop „doch ein überraschender. Ich habe mit ihr diesbezüglich noch kein Gespräch geführt, werde es aber suchen“. Prokop sei bislang „politisch noch nicht in Erscheinung getreten und sieht beim Stronach-Projekt aus ihrer Sicht vielleicht mehr Perspektiven“, meint Schuster.