Psychosoziale Gemeinschaftszentrum Mödling: Gemeinsam gelingt‘s

Erstellt am 01. Juli 2022 | 05:19
Lesezeit: 2 Min
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Hannes Weninger, Katharina Obermüller, Wolfgang Maresch-Zencica, Katharina Fruhmann, Beatrix Höller, Martin Schuster, Silvia Drechsler, Doris Hinkel, Roswitha Zieger und Johann Zeiner.
Foto: Foto JJ
Stärken stärken, um selbstständig zu werden.
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Vor 30 Jahren waren Menschen mit einer psychosomatischen Erkrankung noch Stigmatisierungen ausgesetzt. „Es war ein Tabu-Thema, man hat darüber nicht gesprochen“, sagt Beatrix Höllerer, Leiterin des Psychosozialen Gesundheitszentrums (PSGZ).

Dann kam 1992 die Stunde Null, Allgemeinmediziner Walter Heckenthaler „hatte die Idee, die unterschiedlichen Organisationen, die Menschen mit somatischen und psychischen Erkrankungen betreuen, miteinander zu vernetzen“, erzählte Höllerer.

Es wurde erkannt, dass es notwendig ist, Nachhaltigkeit in der Betreuung zu erzielen und dass ging nur in Kooperation mit anderen Projekten und Vereinen. Daraus erwuchsen die Sozialstammtische, die es in dieser Form heute nicht mehr gibt. Dafür wurde ein leerstehendes Dachgeschoß in der Wiener Straße 18 angemietet, wo die ersten acht Tagesgruppen untergebracht wurden.

Sie wurden zu den Pioniergruppen, wo die Klientinnen und Klienten wieder eine Tagesstruktur lernten und die Möglichkeit hatten, die eigene Krankheit anzunehmen und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Mittlerweile gibt es vier teilbetreute Wohngemeinschaften und drei Nachfolge-WGs, in denen die Klienten zwar selbstständig leben, aber trotzdem mit der Unterstützung des PSGZ-Teams rechnen können.

Der nächste Meilenstein war, als 2013 ein ehemaliges Brautmodengeschäft in der Wiener Straße 31 mithilfe der Stadt angekauft wurde. Hier hat sich der Laden 31 etabliert, wo die Klienten selbstständig arbeiten: Sie erstellen die Homepage, dekorieren die Auslage, managen den Verkauf und nehmen Kundenwünsche entgegen. Das jüngste „Baby“ des PSGZ ist die Tagesstätte am Freiheitsplatz 5.

Wunsch nach Kostenersatz

Vereinsobfrau Doris Hinkel fände „es toll, wenn für die Arbeit der Klienten im Laden 31 ein Kostenersatz geleistet würde. Wir leben nur von dem, was im Laden tatsächlich verkauft wird. Und wir müssen in Richtung Erweiterung der Wohnbetreuung gehen. Gerade junge Leute brauchen zurzeit Unterstützung. Eine Förderung zu einem frühest möglichen Zeitpunkt wäre sehr wichtig“.

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