Top-Boden für den Autohandel im Bezirk Mödling. Autohändler im Bezirk Mödling setzen jeweils andere Schwerpunkte.

Von Michelle Schüller. Erstellt am 22. Januar 2020 (03:43)
Symbolbild

Wie man die Zahlen auch dreht und wendet, der Bezirk Mödling hat bei den 2019er-Zulassungen die Nase vorne. Sowohl bei Benzinern (4.491), Diesel- (5.869), Elektro- (301), Erdgas- (34) und Hybrid-Fahrzeugen (449).

Die Zukunft des Elektrofahrzeuges sieht Siegfried Heiss, Geschäftsführer von „Mazda Heiss“ aus Perchtoldsdorf aufgrund der hohen Anschaffungskosten und der noch nicht „dafür ausgelegten Infrastruktur“ nicht sehr rosig.

Anders empfindet der Geschäftsführer des Autohauses VW Liewers in Biedermannsdorf, Jörg Thienel, die Situation. „Die Leute fragen nach und sind auch neugierig. Wir bieten in unserem Autohaus derzeit zwei VW-Elektro-Modelle, den e-Golf und e-up. Ich bin zuversichtlich, dass da noch mehr kommt.“

Quelle: Statistik Austria; Foto: ParabolStudio/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Wolfgang Skala, Geschäftsführer von „Renault Skala“ aus Perchtoldsdorf, empfindet den E-Auto-Trend momentan als „Seitwärts-Bewegung. Ich verspüre derzeit nicht mehr Nachfrage als die beiden Jahre zuvor“.

„Das Thema E-Mobilität ist sehr rasch in der Realität angekommen“, sagt Christian E. Soher, Vertriebsleiter bei Auto Ebner mit Filiale in Brunn am Gebirge. Fraglich sei, ob der Trend zum Elektro-Auto auch beim Endkunden ankomme. Neue Technologien seien in der Beratung eine Herausforderung. Soher erklärt: „Der Anschaffungswert von Elektroautos ist hoch, auch Strom ist nicht gratis, die Infrastruktur muss noch ausgebaut werden und die Wartezeiten sind zum Teil lange. Dass neue Elektroautos auf den Markt kommen, heißt nicht, dass sie lieferbar sind.“ Autohaus Ebner-Geschäftsführer Andreas Leodolter fordert „mehr Stromtankstellen und bei Elektroautos billigere Kaufpreise“.

Dass der Dieselskandal noch immer Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Kunden habe, bedauert Heiss: „Diesel ist ein sehr effizienter Kraftstoff mit dem geringsten CO -Ausstoß“. Für Thienel steigt die Nachfrage nach Kurzstreckenfahrzeugen. „Dafür ist mittlerweile ein Benziner geeigneter“.

Keine Diesel-Krise bei Mercedes

Der ebenfalls in Biedermannsdorf ansässige Autohändler „Mercedes Svec“ bedient einen weniger besorgten Kundenkreis. „Unsere Kunden machen sich über die Dieselkrise und der damit verbundenen Frage ‚Diesel oder Benzin?‘ wenig Gedanken“, berichtet Thomas Svec.

Die Verkaufsrate zwischen Neu- und Gebrauchtwägen beurteilen Heiss und Svec als „relativ ausgeglichen“. Die bei Liewers 2019 verkauften Fahrzeug waren zu zwei Drittel Neuwagen. „Ich nehme an, dass es auch 2020 so weitergehen wird“, meint Thienel.

Doch wohin geht jetzt der Trend am Automarkt?

Was die technologische Entwicklung betrifft, kann Heiss nicht klagen: „Ich sehe jedoch die Problematik in der EU-Politik, die den Autokauf erschweren wird.“ Thienel bemüht sich, „immer up to date zu sein. Besonders im Jänner gibt es immer kleine Anfangsschwierigkeiten, aber durch die Automesse wird der Verkauf jetzt wieder ins Rollen gebracht“.

Hype ums E-Auto mit Vorsicht genießen

Für Skala ist klar: „Die Medien stürzen sich auf das E-Auto, egal, ob es wirklich sinnvoll ist. Denn was bringt dem Kunden ein E-Auto, wenn die dafür benötigte infrastrukturelle Versorgung nicht gegeben ist?“ Es komme beim Zukunftsmarkt auch darauf an, „wie schnell die Autoindustrie auf die Forderungen der Kunden, Elektro- und Hybridfahrzeuge zu forcieren, reagiert und einen Umstieg wagt“.

Thienel sieht den Zukunftsmarkt aber in einem guten Licht und durchaus zufriedenstellend für beide Seiten. Die zunehmende Digitalisierung auch in der Autobranche, welche besonders für die Sicherheit der Lenker ausgebaut wird, spielt eine große Rolle in der Zukunft.“

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