Koenig & Bauer rutscht ins Minus. Hohe Rückstellungen für den Konzernumbau haben den deutschen Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (KBA), der in Mödling und Ternitz 385 Beschäftigte abbauen will, erstmals seit 2008 in die roten Zahlen gedrückt.

Erstellt am 21. März 2014 (12:58)
NOEN, HELMUT FOHRINGER (APA)
APA16617934-2 - 24012014 - MARIA ENZERSDORF - …STERREICH: ZU APA-TEXT WI - Vorstandsvorsitzender Claus Bolza-SchŸnemann (M) am Freitag, 24. JŠnner 2014, anl. der Protestveranstaltung bei der KBA-Mšdling AG in Maria Enzersdorf. Der Aufsichtsrat der KBA-Mšdling AG hat den Abbau von 460 Arbeitnehmern angekŸndigt. APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER
Das Unternehmen machte wie erwartet im vergangenen Jahr einen Verlust, unterm Strich in der Höhe von 153,7 Mio. Euro. 2012 stand noch ein kleiner Gewinn von 0,4 Mio. Euro in den Büchern.

Fortsetzung der Schwäche im Kerngeschäft

Vor allem im traditionellen Kerngeschäft mit Maschinen für den Druck von Zeitungen und Werbeprospekten schwächelte das Geschäft weiter. Wie KBA am Freitag in Würzburg mitteilte, sank der Konzernumsatz um 15 Prozent auf knapp 1,1 Mrd. Euro. "Damit haben wir unsere Ziele deutlich verfehlt", schrieb Unternehmenschef Claus Bolza-Schünemann in seinem Brief an die Aktionäre.

Auch das Auftragspolster schrumpfte. KBA verbuchte neue Bestellungen im Wert von rund einer Milliarde Euro (Vorjahr: 1,1 Mrd. Euro), der Bestand sank von 648 Mio. Euro auf 560,5 Mio. Euro.

Überkapazitäten sollen abgebaut werden

Das Unternehmen hatte sich im Dezember angesichts der Absatzprobleme eine Neuausrichtung verordnet und angekündigt, 1100 bis 1500 Arbeitsplätze abzubauen. Wie viele es letztlich werden, wird zurzeit mit Betriebsräten und IG Metall verhandelt.

Weil der Vorstand im klassischen Markt auch künftig kein dauerhaftes Wachstum erwartet, will er Überkapazitäten abbauen und stärker auf neue Bereiche wie den Digital- und Verpackungsdruck setzen. Der Konzern beschäftigt aktuell 6400 Mitarbeiter, die meisten davon in Deutschland.

Signifikante Trendwende für 2015 erwartet

Der Umbau werde sich auch 2014 auf den Gewinn auswirken, kündigte Bolz-Schünemann an. "Für 2015 erwarten wir jedoch eine signifikante Trendwende in den Ergebniszahlen und spätestens 2016 soll KBA wieder nachhaltig profitabel werden."

Die Druckmaschinen-Branche hat seit Jahren zu kämpfen, KBA baute bereits gut ein Viertel seiner Stellen ab. Ohne einmalige Wertanpassungen und die Kosten für den Umbau wäre das Betriebsergebnis 2013 aber positiv ausgefallen, teilte das Unternehmen weiter mit.