Zufälle gibt es doch gar nicht. Gerald Burggraf über die skurrile Polit-Situation in Wiener Neudorf.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 01. August 2018 (02:37)

Regierung und Opposition sind im Normalfall Gegner und selten (Abstimmungs-)Partner. In Wiener Neudorf wird diese Konfrontation seit der Wahl 2015 auf die Spitze getrieben. Ein Rückblick: Die SPÖ verliert trotz Stimmenmehrheit im Gemeinderat den Bürgermeisterposten. Grund: Die anderen Parteien (ÖVP, Umweltforum und FPÖ) hauen sich auf ein Packl.

Gegenseitige verbale Watschen stehen beinahe an der Tagesordnung. Den Höhepunkt erreichte die Auseinandersetzung aber vergangene Woche. Denn zur Gemeinderatsitzung erschienen nur drei von 15 roten Mandataren. Keine Frage, der Sitzungstermin mitten in den Ferien ist fragwürdig. Doch dass acht (!) Gemeinderäte zeitgleich auf Urlaub sind und das noch dazu nicht als Absagegrund bekannt gegeben haben – das wirkt kaum wie ein Zufall.

Die Folge: Die eine Seite schimpft „Provokation“, die andere „Arbeitsverweigerung“. Allerdings sollten alle Mandatare nicht vergessen, warum sie eignetlich im Gemeinderat sitzen dürfen. Weil sie die Bevölkerung gewählt hat, um die Gemeinde am Leben zu halten.