Mehr Fairness ist nicht fairer. über das Fairness-Paradoxon des Video Assistent Referees.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 21. Juli 2021 (00:23)

Über den Video Assistent Referee (VAR) wird in Fußballerkreisen trefflich gestritten. Am Wochenende wird er in der heimischen Bundesliga seine ersten Einsätze haben. Der Videobeweis macht das Spiel freilich fairer, allerdings nicht den Wettbewerb. Denn je fairer ein Sport an sich ist, desto öfter setzt sich die höhere Qualität durch. Fußball lebt aber unter anderem davon, dass der Außenseiter beinahe immer gewinnen kann.

Das beste Beispiel: Ohne VAR wäre Italien als beste Mannschaft der EM nicht Europameister geworden, sondern im Achtelfinale an Österreich gescheitert. Freilich kann eine VAR-Entscheidung sowohl die qualitativ bessere als auch die qualitativ schlechtere Mannschaft treffen. Ein qualitativ besseres Team ist aber in der Lage, sich mehrere spielentscheidende Szenen zu erarbeiten, kann also eine etwaige ungünstige VAR-Entscheidung eher kompensieren.

Der VAR wird sportlich für mehr Fairness sorgen, allerdings ist der Videobeweis auch ein nächster Schritt am Weg zur schwindenden Chancengleichheit im Fußball.