Rücktritt ohne Rechtfertigung. über den Polit-Neuanfang in Perchtoldsdorf.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 02. Juni 2021 (03:31)

30 Jahre im Gemeinderat, 19 Jahre davon an der Spitze. Mehr als die Hälfte seines Lebens hat Martin Schuster (54) kommunalpolitisch seinem Perchtoldsdorf gewidmet. Hat das Privatleben Gemeindeinteressen untergeordnet, hat mehr Abende bei Terminen als zu Hause verbracht.

Kein Mitleid, Martin Schuster wusste, worauf er sich all die Jahre eingelassen hat; auf einen Job als Bürgermeister einer 15.000-Einwohner-Kommune, die trotz der satten ÖVP-Mehrheit nicht leicht zu führen ist. Tradition trifft auf Wien-Nähe, historischer Ortskern auf mannigfaltige Bauinteressen. Nur einige der Themen, die erst nach dem finalen Wort des Bürgermeisters aufgearbeitet und entschieden sind.

Daher bedarf es nach drei Jahrzehnten im Gemeinderat keiner Rechtfertigung, warum man zurücktritt. Vielmehr einer geregelten Weichenstellung hinsichtlich der Übergabe. Und die ist erfolgt. Der Weg für Andrea Kö als erste Bürgermeisterin in Perchtoldsdorf ist geebnet.