Strafen beheben Problem nicht. Über das Skandalspiel zwischen den U16-Teams von Mödling und Hof.

Von Alexander Wastl. Erstellt am 23. Oktober 2019 (04:55)

Provozierende und spuckende Spieler, Jugendtrainer die tätlich werden, ein Spitalsaufenthalt und eine Anzeige bei der Polizei: Der Fußball wurde beim U16-Spiel zwischen dem VfB Mödling und der NSG Hof zur absoluten Nebensache.

Im Nachhinein drehte sich eigentlich alles nur um gegenseitige Schuldzuweisungen. Entbehrlich, denn es wurden von beiden Seiten grobe Fehler begangen und der Schaden war bereits angerichtet. Bernhard Bauer, Jugendhauptgruppenobmann Südost, forderte vor allem eine höhere Strafe für Mödling und seine „bösen Buben“. Das macht aber weder das Geschehene rückgängig, noch beugt es Konflikten in der Zukunft vor.

Die großen Verlierer – die Jugendlichen – bleiben dieselben. Die werden durch höhere Strafen für ihre Vereine auch nicht lernen, was respektvoller Umgang miteinander bedeutet und wie wichtig er für eine funktionierende Gesellschaft ist, in der man sich auch selbst wohler fühlt.

Viel sinnstiftender wäre es da, wenn der Verband die beiden Streitparteien – im Beisein von professioneller Beratung – an einen Tisch holt, die passierten Vergehen gemeinsam aufarbeitet, sodass man sich nachher wieder in die Augen sehen kann – und im Idealfall aus dem Negativerlebnis etwas Positives für das weitere Leben lernt.