Suche nach der Sonne im Bezirk Mödling. Zwar stimmt die Bauern der Niederschlag im Mai versöhnlich, aber für gute Ernte braucht‘s jetzt auch warme Tage. Vor allem, was Spargel und Erdbeeren betrifft.

Suche nach der Sonne
Das nasskalte Wetter macht auch den Landwirten einen Strich durch die Rechnung.
APA/Barbara Gindl

Wer bis jetzt den Eindruck hatte, es hätte im heurigen Frühjahr stets geregnet, den belehrt Johann Tröber, Obmann der Mödlinger Bezirksbauernkammer, eines Besseren.
„Im April hatten wir ein paar warme Tage, aber es war recht trocken. Im Februar und März gab es wenig Niederschlag, dazu kommt, dass bei uns die Winterfeuchte wegen Schneemangels sowieso nicht vorhanden war.

Wenn man bis April Nächte im einstelligen Temperaturbereich hat, kann man davon ausgehen, dass da nicht viel wächst. Auch wenn der Mai regentechnisch ausgeglichen hat“, erklärt Tröber. Für Spätkeimer wie Hirse und Mais seien die gegenwärtigen Temperaturen schwierig, die brauchen Wärme, genauso wie Gemüsebauern für ihre Paradeiser und Spargel und die Obstbauern für ihre Erdbeeren.

Bezirksbauernbundobfrau Karin Feichtinger, die mit ihrem Mann Bernhard einen Bio-Betrieb in Münchendorf führt, weiß: „Spargel leidet derzeit ganz besonders. Die Erdbeeren verschieben sich nach hinten. Voriges Jahr waren wir mit der Vegetation viel früher dran. Der Regen war für Kulturen wie Sonnenblumen, Soja und Rüben sehr wertvoll, aber wir Bauern im Bio-Bereich müssen jetzt besonders auf unsere Felder schauen, um für die Unkrautbekämpfung mit den entsprechenden Geräten den richtigen Zeitpunkt zu erwischen.“

Boden ist zu kalt: Ernteausfall bei Spargel

Bio-Spargel-Bäuerin Doris Kirstorfer aus Münchendorf erläutert: „Der Boden ist einfach zu kalt, wir bauen ausschließlich Grünspargel an, ohne Folientunnel oder Ähnliches. Bei uns wächst der Spargel in der Erde, und die ist aufgrund der Witterung einfach zu kalt.“ Zwar läuft schon der Spargel-Verkauf im eigenen Hofladen, doch Kirstorfer rechnet mit einem Ernteausfall von „mindestens 50 Prozent. Auch wenn es jetzt wärmer werden sollte, das kann der Spargel nicht mehr aufholen“.

Diese Chance lebt noch für die Erdbeerbauern. Martina und Franz Schorn bauen die süßen roten Früchtchen auf ihren Feldern in Guntramsdorf und Ebergassing an.

Verkaufsstellen gibt‘s in Guntramsdorf, Mödling und heuer erstmals auch in Vösendorf, wenn, ja wenn endlich die Erntesaison beginnen würde. Martina Schorn erklärt: „Wir hoffen, dass wir nächstes Wochenende rund um den 11. Juni mit der Ernte starten können. Den Erdbeeren geht es zum Glück noch gut, sie sind knackig, bis jetzt hat ihnen der Regen nichts gemacht, weil wir Stroh zwischen den Reihen gestreut haben. Was die Früchte jetzt brauchen, sind Sonne und Wärme.“

Drei Wochen hinkt die Vegetation im Vergleich zu anderen Jahren hinterher. Die Erdbeer-Bäuerin meint: „Ich gehe davon aus, dass die Saison heuer länger geht. Die Erdbeerpflanzen sind voller Früchte, wir sind guter Dinge, dass wir tatsächlich bis Anfang Juli ernten können.“

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