Sommerspiele Perchtoldsdorf haben einen neuen Intendanten

Aktualisiert am 23. September 2022 | 14:06
Lesezeit: 3 Min
Alexander Paul Kubelka, 53, ist neuer Intendant der Sommerspiele Perchtoldsdorf.
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Er ist vielfach ausgezeichneter Opern- und Theaterregisseur, Autor, Steinplastiker, ehemaliger langjähriger Intendant des Landestheaters in Vorarlberg (2009 bis 2087) – und nunmehr künstlerischer Leiter der Perchtoldsdorfer Sommerspiele. Alexander Paul Kubelka (53). Der 53-Jährige ist in Innsbruck geboren, in Kärnten aufgewachsen und lebt seit fünf Jahren in Königstetten (Bezirk Tulln).

Beworben haben sich nicht weniger als 52 Personen, nach einer ersten Auswahl wurden acht Bewerber (vier Frauen, vier Männer) zum finalen Hearing geladen, erzählt Professor Roland Geyer (bis September Intendant des Theaters an der Wien und Gründer der Amstettener Sommerfestspiele, nunmehr Intendant der Johann Strauß Festjahr 2025 GmbH)). Er bildete gemeinsam mit Karin Bergmann (ehemalige Direktorin des Wiener Burgtheaters) und Ulrike Sych (Rektorin der Uni für Musik und Darstellende Kunst Wien) das Findungskommissions-Trio.

Kubelka habe „mit seinem herausragenden Konzept, mit dem er auf die historische Location der Burg Perchtoldsdorf eingeht“, überzeugt, betonte Geyer. Die Empfehlung, ihn als Nachfolger von Michael Sturminger vorzuschlagen, sei einstimmig erfolgt. „Er sieht die Sommerspiele Perchtoldsdorf als Gesamtkunstwerk.“

Kubelka hat Erfahrung damit, einen Standort künstlerisch zu entwickeln. Mit Stefan Pfeistlinger hat er 1992 das Theater k.l.a.s. gegründet und bis 2010 die Heunburg in Haimburg (Gemeinde Völkermarkt/Kärnten) unter Einbindung der Bevölkerung zu einem kulturellen Fixpunkt gemacht. Von „Woyzeck“ von Georg Büchner über „Wunschloses Unglück“ von Peter Handke bis zu „Macbeth“ von William Shakespeare war ebendort alles zu sehen.

Kubelkas Credo lautet: Dem (Schau-)Platz Raum geben, die passenden literarischen Stoffe zu sammeln und den Bogen vom Publikum über die Location zur Gegenwartsliteratur spannen.

Bei der Burg als Kulisse gerät Kubelka ins Schwärmen: „Dafür müsste Hollywood Millionen bezahlen und würde es nicht so hinkriegen.“ Seine Ziele sind ambitioniert: „Ich will ein Paket schnüren, das Menschen, den Ort und die Kunst verbindet. Ich will ein großes Ganzes schaffen.“

Mit tiefgründigem Theater bei gleichzeitig bester Unterhaltung will der Intendant zudem „überregional Aufmerksamkeit erregen und die ohnehin schon sehr renommierten Perchtoldsdorfer Sommerspiele weiterentwickeln“.

Welches Stück 2023 am Spielplan stehen wird, weiß er noch nicht definitiv: Dazu müssten erst Gespräche mit (möglichen) Schauspielern geführt werden und die Abstimmung mit den anderen Spielorten des NÖ-Theatersommers erfolgt sein.

Die Beweggründe, sich für die Intendanz zu bewerben, erklärt Kubelka im NÖN-Gespräch so: „ich bin sehr stark in der Bildenden Kunst verankert. Durch die Intendanz kann ich – konzentriert auf die Sommermonate – die fantastische Theaterarbeit auch leben“.

Bürgermeisterin Andrea Kö und Kulturreferentin Johanna Mayerhofer, beide ÖVP, bedankten sich bei allen Bewerbern, den Mitgliedern der Findungskommission und freuten sich auf „spannende Jahre“. Kubelkas Vertrag läuft vorerst bis inklusive der Saison 2025.

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