Mödling: Mit „Grün“ überschüttet

Erstellt am 24. Jänner 2023 | 14:57
Lesezeit: 3 Min
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Aktivisten verunstalteten die Ortstafel und rückten ihre Forderungen in den Vordergrund.
Foto: Fridaysfor Future
Protestnote von „Fridays for Future“-Aktivisten bei Ortstafel.
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„#DeinOrt for Future“ war das Motto, zu dem die „Fridays for Future“-Bewegung am Freitag zu Kundgebungen in ganz Niederösterreich aufgerufen hat. Im Bezirk Mödling unter anderem in Sulz im Wienerwald, Guntramsdorf, Gumpoldskirchen, Brunn am Gebirge, Perchtoldsdorf und Mödling. „Jede Gemeinde ist enorm wichtig für die notwendige Energie- und Mobilitätswende“, machten die Aktivisten deutliche, forderten den raschen Ausstieg aus Öl & Gas, den Ausbau der erneuerbaren Energie, der Öffis und des Radfahrverkehrs.

Im Bereich Passauer Gasse nahe St. Gabriel waren elf Personen anwesend, teilweise Schüler, teilweise Pensionisten. Sie würden sich aktiv einbringen, weil „es Anliegen für künftige Generationen sind“, „die Politik vollkommen versagt hat“, „wir Flächen für Nahrungsmittel brauchen, nicht nur Bodenversiegelung“, „wir auf einem kleinen, verletzlichen Planeten inmitten eines unendlichen Universums leben und daher mit ihm behutsam umgehen müssen“ und „Niederösterreich klimatechnisch eine Katastrophe ist“, lauteten einige der Zitate.

„Natürlich wissen wir, dass das provoziert“

Ein deutlich „härteres“ Zeichen setzten vermummte Aktivisten in der Dr. Heinrich Horny-Straße an der Ortsgrenze zu Wiener Neudorf. Dort wurde das Mödling-Ortsschild mit grüner Farbe überschüttet.

„Natürlich wissen wir, dass das provoziert“, meinte ein junger Aktivist, „aber anders bekommen wir und somit die Klimakrise nicht die Aufmerksamkeit, die nötig wäre, damit endlich etwas passiert.“ Harsche Kritik erntete die Stadtregierung beispielsweise wegen der „Parkplätze statt Grünfläche“ am Fliegenspitz, fehlender Radwege und der miesen Taktung der Anschlussverbindungen nach Schulende.

„Wir fordern die Stadtregierung auf, von der Förderung des motorisierten Individualverkehrs durch den Bau von Parkplätzen abzusehen und stattdessen in klimafreundliche, nachhaltige Mobilität durch den Ausbau von Öffis sowie Radwegen zu investieren.“

Stadtchef stellt Anzeige in den Raum

Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, schätzt „grundsätzlich den Einsatz der umweltbewussten Jugend. Diese positive Energie wäre meiner Ansicht nach vor allem in der Säuberung des Mödlingbachs und des Eichkogels dringend notwendig“. Was die Beschmutzung der Ortstafel betrifft, findet Hintner klare Worte: „Das ist Sachbeschädigung, wir werden Anzeige erstatten.“

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