Mödlings Schüler zeigen auf. Gymnasiastinnen und „#zusammenhaltNÖ“ laden am Samstag zur Demo „Österreich im AUFnahmezustand“.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 12. Februar 2021 (03:44)
Ella Hermisson, Hannah Dahl, Annika Satke und Paula Dorten (von links oben im Uhrzeigersinn) feilen über Videokonferenz an der Kundgebung „Österreich im AUFnahmezustand“, die am Samstag in Mödling stattfinden wird.
Dahl

Unhaltbare Zustände in Flüchtlingslagern in Griechenland und Bosnien, die Abschiebung der Jugendlichen in Wien – vier Mödlinger Schülerinnen „haben es satt“ und laden am Samstag, 13. Februar um 16 Uhr zur Kundgebung „Österreich im AUFnahmezustand“ am Schrannenplatz.

„Wir können und werden nicht zum Alltag zurückkehren. Wenn viele aufstehen, muss die Regierung handeln. Zeigen wir gemeinsam, dass wir ein Teil der zivilgesellschaftlichen Bewegung für Menschlichkeit sind, die Österreich verändern wird“, meint das Quartett mit Annika Satke (18, Maria Enzersdorf), Ella Hermisson (18, Mödling), Hannah Dahl (18, Wiener Neudorf) – alle drei maturieren heuer im Gymnasium Keimgasse – und Paula Dorten (16, Mödling, Gymnasium Bachgasse).

„Es ist für uns schwer, nachzuvollziehen, was aktuell passiert“, berichtet Dahl im NÖN-Gespräch. Ihre Familie selbst habe gute Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht: sie nahm einen gebürtigen Afghanen auf, der junge Mann hat nunmehr eine Koch-Kellner-Lehre begonnen.

Die Idee der Kundgebung sei nach unzähligen (Video-)Diskussion innerhalb einer Gruppe, die initiiert wurde, um über das Thema „Asyl & Flüchtlinge in Österreich und Europa“ zu reden, entstanden.

Die Organisation der „AUFnahmezustand“-Kundgebung obliegt der „#zusammenhaltNÖ“, einer unabhängigen Initiative rund um Elisabeth Klatzer, die sich in Niederösterreich für Menschenrechte, Solidarität, Mitmenschlichkeit und Demokratie einsetzt.

Bei Demo in Wien am Rednerpult

Wichtig sei vor allem „eine Botschaft: Wir schenken Hoffnung“, macht Dahl deutlich. Die junge Wiener Neudorferin war gemeinsam mit Paula Dorten am Wochenende auch bei der „Schüler*innen gegen Abschiebungen“-Demo in Wien: „Dort haben wir beide eine Rede gehalten“, erzählt Dahl stolz. Auch beruflich hat sie ihre Fühler in die entsprechende Richtung ausgestreckt: „In Schweden gibt es einen Menschen-Rechte-Studienzweig.“