"Park der Erinnerung" in Wiener Neudorf . Am Montagabend präsentierten die beiden Wiener Architektur-Absolventen Sara Kaurin und Manuel Pawelka ihr Projekt zur Erweiterung des KZ-Mahnmals in Wiener Neudorf dem Gemeinderat. 29 Entwürfe wurden beim internationalen Wettbewerb zur Neugestaltung des Platzes in der Palmerstraße Ecke Eumigweg eingereicht. Eine Expertenjury kürte das Sieger-Konzept "Park der Erinnerung".

Von Red. Mödling. Erstellt am 30. Juni 2020 (10:07)

Auf Initiative der Marktgemeinde Wiener Neudorf und des Gedenkvereins "KZ Nebenlager Guntramsdorf" wurde 2014 gemeinsam mit dem Künstler und Zeitzeugen Professor Arik Brauer ein Denkmal errichtet, um an die tausenden Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, die in Wiener Neudorf während des Zweiten Weltkriegs unter unmenschlichen Bedingungen Sklavenarbeit leisten mussten, zu erinnern.

Die Gemeinde, das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), das Internationale Mauthausen Komitee (CIM) sowie der Gedenkverein haben sich zusätzlich für eine bessere Wissensvermittlung eingesetzt. Ziel des im Herbst 2019 ausgerufenen internationalen Wettbewerbs war es, eine architektonische Lösung zu finden, die einen Rückzugsort zum Nachdenken sowie gleichzeitig Gedenkveranstaltungen und eigenständige Erkundungen ermöglicht.

Sara Kaurin und Manuel Pawelka, die auf die Gestaltung von öffentlichen Plätzen spezialisiert sind, haben es geschafft, "Erinnerungskultur auf sensible und zugleich moderne Art und Weise aufrechtzuerhalten. Mit der Gestaltung eines Parks mit pädagogischen Lernstationen haben sie eine Ruheinsel entworfen, die auch für Schülerführungen und Gedenkveranstaltungen gut geeignet ist", lautete das Jury-Urteil.


„Wir können es kaum erwarten, dass das Projekt umgesetzt wird. Es ist für uns beide von großer Bedeutung, sich für das Gedenken und ein ‚Niemals wieder‘ einzusetzen“, betonten die Jung-Architekten. 

Die Finalisten des Wettbewerbs -  Neben dem Siegerprojekt „Park der Erinnerungen“ belegten das Künstler- und Architekten-Duo Julia Obleitner und Helvijs Savickis sowie die beiden Schweizer Géraldine Heller und Fabio Spink die weiteren Stockerlplätze - erhielten ein Preisgeld von insgesamt 4.000 Euro, das von der Marktgemeinde Wiener Neudorf zur Verfügung gestellt wurde. Ab sofort werden die Gewinnerprojekte im Rathaus Wiener Neudorf öffentlich ausgestellt und sind zu den regulären Öffnungszeiten zu besichtigen. Bürgermeister Herbert Janschka, ÖVP, würde sich 
freuen, wenn möglichst viele "Wiener Neudorfer die tollen Ideen besichtigen“.  Nach Beschlussfassung des Gemeinderates soll die Neugestaltung des Platzes bis zu den Gedenk- und Befreiungsfeiern im Mai 2021 abgeschlossen sein. 

Zum Thema:

Gedenkverein KZ-Nebenlager Guntramsdorf/Wiener Neudorf
: Der im Oktober 2005 in Guntramsdorf gegründete Gedenkverein (www.gedenkverein.org) engagiert sich, das Wissen über das allgemein wenig bekannte KZ-Außenlager Wiener Neudorf zu verbessern und in der Öffentlichkeit zu verankern. Als Teil der Bildungsarbeit organisiert der Gedenkverein Veranstaltungen und Kooperationen mit anderen öffentlichen Institutionen und Vereinen wie dem Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ). Durch die Initiative des Gedenkvereins wurden im Jahr 2006 Hinweistafeln zum Mahnmal an den Zufahrtsstraßen montiert und die Gedenkstätte renoviert. 2014 wurde vom Gedenkverein gemeinsam mit dem Zeitzeugen und Künstler Prof. Arik Brauer ein Denkmal beim „Neuen Lager Wiener Neudorf“ errichtet und die neue KZ-Gedenkstätte eröffnet.