Brunner Heide: 11,6 Hektar gelten als Wald. Seit November ist Feuer am Dach. Die Eigentümer der Liegenschaften haben das Areal rund um den See im Bereich der Brunner Heide größtenteils gerodet und die Öffentlichkeit ausgesperrt.

Von Red. Mödling. Erstellt am 02. März 2021 (12:52)
Die Brunner Heide.
Johanna Hoblik

Rasch haben sich Personen zusammengefunden, die die Initiative "Rettet die Brunner Heide!" ins Leben gerufen haben. 3.700 Unterschriften wurden bereits gesammelt. Unter anderem fordert man, die gesamte Brunner Heide als Naturdenkmal anzuerkennen, keine Umwidmung in Bauland zuzulassen, das Erholungsgebiet wieder zu öffnen und festzustellen, dass es sich um Wald handelt und daher nicht gerodet werden darf.

Was Letzteres anbelangt, hat die Bezirkshauptmannschaft Mödling am Dienstagvormittag einen Feststellungsbescheid erlassen. Demnach sind 11,1 Hektar in Brunn am Gebirge und 0,49 Hektar in Vösendorf nach Ansicht der Forstbehörde Wald im Sinne des Forstgesetzes.

Die Naturschutzverfahren betreffend die ökologisch interessanten Flächen rund um die Teiche (Brunn am Gebirge) seien nach wie vor anhängig, betonte Bezirkshauptmann Philipp Enzinger, eine naturschutzfachliche Beurteilung könne erst mit Vegetationsbeginn starten. Hier gilt weiterhin ein vorläufiges Veränderungsverbot.

Die Flächen in der Nähe des OBI-Baumarktes außerhalb des Dammes und ohne Bezug zu den Wasserflächen (Vösendorf) seien naturschutzfachlich geringwertig. Hier habe der Grundeigentümer für eine geringe Teilfläche (0,7 ha) um Rodungsbewilligung angesucht.

"Die beantragte Rodefläche ist unbestritten Wald und muss daher nicht extra festgestellt werden. Das ganze Grundstück ist ebenso wie die nördlich und westlich angrenzenden Grundstücke als Betriebs- und Industriegebiet ausgewiesen", erklärte Enzinger in einer Aussendung. Ein positives forst- und raumordnungsfachliches Gutachten liege vor. 

Zum Ausgleich ist in der Größe der dreifachen Fläche eine Ersatzaufforstung an einem anderen Platz in Vösendorf herzustellen bzw. zu finanzieren. Der Grüngürtel, der als Abschirmung zum südlich angrenzenden Wohnbauland ausgewiesen wurde, ist von der beantragten Rodung nicht betroffen und muss erhalten bleiben.

"Diese Bescheide sind noch nicht rechtskräftig, dem Grundeigentümer steht natürlich der Rechtsweg zum Landesverwaltungsgericht offen", ergänzte Enzinger