Wirtschaftspark-Baustart nur mit strengen Auflagen

Lokalpolitiker wollen erhöhtes Verkehrsaufkommen auf die A2 ableiten.

Erstellt am 08. Dezember 2021 | 05:22
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Laxenburg/Guntramsd orf – gewerblicher wirtschaftspark - Baustart nur mit strengen Auflagen
Zwischen Südautobahn, Laxenburger Straße und Aspangbahn – hier der Blick Richtung Laxenburg – soll ein Wirtschaftspark errichtet werden. Um den zu erwartenden Verkehr direkt auf die Autobahn zu leiten, pochen die lokalen Politiker auf die Fertigstellung einer Anbindung an die A2 Auffahrt IZ-Süd.
Foto: Rogy

Das Unternehmen VGP, ein Anbieter hochwertiger Industrie- und Gewerbeimmobilien, hat ein 12 Hektar großes Grundstück zwischen Südautobahn, Laxenburger Straße und Aspangbahn erworben, um dort einen Wirtschafts- und Gewerbepark mit Mietflächen für Gewerbe-, Produktions- und Logistikunternehmen zu entwickeln. Das Grundstück liegt zu zwei Drittel auf Laxenburger und zu einem Drittel auf Guntramsdorfer Gemeindegebiet, das Projekt wurde bereits eingereicht.

Schulterschluss zwischen den Gemeinden

Für die lokale Politik geht es nun darum, Einfluss auf die Gestaltung der Bauten zu nehmen und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch die Ortschaften zu verhindern.

Die Bürgermeister David Berl, ÖVP, aus Laxenburg und Robert Weber, SPÖ, aus Guntramsdorf sind sich einig, dass jegliches Verkehrsaufkommen direkt und ausschließlich über das Industriezentrum-Süd auf die A2 geleitet werden muss und keinesfalls auf die Landesstraße und weiter durch die Ortszentren fahren soll.

Dazu müsste eine neue Verbindungsstraße vom Betriebsareal zur Autobahn-Auffahrt IZ-Süd errichtet werden. Die beiden Bürgermeister sehen hier die Wirtschaftsagentur des Landes NÖ, ecoplus, in der Pflicht. Geschäftsführer Helmut Miernicki bestätigt, dass sich „eine Lösung abzeichnet: Die Errichtung der Infrastruktur wird in Abstimmung mit der VGP erfolgen. Die Kostenfrage wird in einer Vereinbarung geregelt.“ Ein Fahrverbot von und zur Laxenburger Straße sei dabei Bedingung.

Einen engen Schulterschluss gibt es auf Guntramsdorfer Ebene auch zwischen Manfred Biegler, SPÖ, und Werner Deringer, ÖVP, die sich seit Jahren gemeinsam mit lokalen Verkehrsagenden auseinandersetzen: „Es darf keine zusätzliche Belastung durch unsere Gemeinde Richtung Triester Straße geben.“ Die Anbindung an die A2 müsse daher „vor Baustart fertig sein, damit nicht andere Lösungen gesucht werden können, die dann Schwerverkehr bringen“.

Aktuell haben beide Orte auf dem Grund eine Bausperre verhängt, die nur aufgehoben wird, wenn das Bebauungskonzept diese Auflagen erfüllt. So hat Guntramsdorf als Bedingung festgelegt, dass auf dem Areal nicht überwiegend Lagerflächen geschaffen werden dürfen, es müssen vor allem Büros errichtet werden.

Bei der Beurteilung des Projektes muss die Bezirkshauptmannschaft als Baubehörde auch wasserrechtliche Fragen klären: Das Grundstück liegt zur Gänze im Hochwasserschutzgebiet, wo sich derzeit noch Graureiher versammeln, weshalb die Gemeindevertreter von der VGP auch fordern: „Wir wollen, dass pro fünf errichteten Parkplätzen ein Baum gepflanzt wird“, erklärt Weber. Berl will einen zusätzlichen Grüngürtel als Puffer zur Landesstraße sowie Fahrverbote durchsetzen.

Unternehmen setzt auf Klimaneutralität

In einer Stellungnahme bezeichnet VGP Country-Manager Markus Gollob „Nachhaltigkeit und Energieeffizienz als zentrale Parameter für die von uns entwickelten Gewerbeimmobilien: Unser Unternehmen hat sich dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2025 klimaneutral zu werden, und engagiert sich im Zuge dessen im Bereich der Nachhaltigkeits-Zertifizierung und der Ökostromerzeugung.“

VGP betreibt bereits einen Industriepark nahe Graz.

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