Heinrich Schneider: Leben zwischen Musik und Politik. Professor Heinrich Schneider feierte am 16. August seinen 80. Geburtstag. Für die NÖN erinnert er sich.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 03. September 2017 (06:51)
Heidi Schneider mit ihrem Mann Heinrich Schneider, mit dem sie seit 1963 verheiratet ist, im Garten vor den Rosen. Das Rosenschneiden obliegt Heinrich Schneider.
Judith Jandrinitsch

Zwei sehr gegensätzliche Bereiche bestimmten das Leben von Heinrich Schneider: die Musik und die Politik. Der Musik hält der Initiator der Laxenburger Schlosskonzerte als fleißiger Konzertbesucher bis heute die Treue. „Ich habe Musikerziehung und Englisch studiert. Von 1959 bis 1997 war ich an der Pädagogischen Hochschule in Eisenstadt in der Lehrerfortbildung tätig“, erzählt Schneider.

An seiner Seite seine Frau Heidi, die ihrem Mann stets den Rücken freigehalten hat und – als die drei Kinder bereits aus dem Gröbsten heraus waren – daran ging, die von ihrem Mann geplante Bibliothek in die Realität umzusetzen.

 Leben zwischen Wien und Eisenstadt „Ich bin natürlich ein Zugereister, wie so viele Menschen in Laxenburg auch“, schmunzelt Schneider nach seiner Herkunft befragt. 1966 zog er mit seiner Frau von Wien nach Laxenburg. „Das war sozusagen die Mitte, denn in Eisenstadt, dort wo ich unterrichtet habe, wollte ich nicht wohnen, und von Eisenstadt nach Wien für meine gesanglichen Auftritte zu pendeln, das wäre zu weit gewesen“, meint Schneider. Schneiders Vater war Berufsmusiker, kein Wunder, dass auch in Schneiders Leben die Musik eine große Rolle spielte. „Ich habe selbst gesungen und später in Eisenstadt auch Solisten für den Kirchenchor ausgebildet“, erzählt der Jubilar. Warum er sich trotzdem dazu entschlossen hat, 1985 das Amt des Bürgermeisters zu übernehmen? „Einer musste es ja machen“, lacht Schneider, für dessen Amtsübernahme nach dem Rücktritt von Bürgermeisterin Elisabeth Mosser die ÖVP-Fraktion geschlossen plädierte.

Verstärkung aus Ort durch Vizebürgermeister

Was er sich aber ausbedungen hat: „Michael Berl musste mein Vizebürgermeister werden, ich als Zugereister hatte das Gefühl, dass es jemand aus der Gemeinde selber braucht, der in meinem engsten Team ist.“

Und sein Vorgesetzter, der Direktor der Pädagogischen Hochschule, selbst in Eisenstadt als Gemeinderat tätig, musste damit einverstanden sein. War es aber auch seine Frau Heidi? „Alle Männer in der Familie meines Mannes haben viel gearbeitet. Ob er jetzt diese oder eine andere Aufgabe übernehmen wollte, war schon egal“, meint sie.

Mit Bürgermeister Heinrich Schneider setzte ein Modernisierungsschub in Laxenburg ein, viele Projekte wurden in Angriff genommen wie etwa der Aufbau der Sozialstation des Hilfswerkes, des Bauhofes an seinem jetzigen Standort, die Gründung des Musikschulverbandes der Musikschule Laxenburg/Biedermannsdorf, der Ankauf des verfallenden Kaiserbahnhofes, der dringend einer neuen Bestimmung zugeführt werden musste.

Warum hat sich Schneider 1998 dazu entschlossen, der Politik Adieu zu sagen? „Ich wollte, dass die Zahl derer, die sagen, wann geht er endlich, in einem überschaubaren Rahmen bleibt. Ich habe gesehen, wie Bürgermeister ihr Ansehen und ihre Leistung dadurch ruiniert haben, wie sie in ihren letzten Amtsjahren agiert haben.“

Eine seiner Leistungen, die er sich ebenfalls anrechnet ist: „Ich habe darauf geschaut, dass alles geordnet weitergeht. Mit Robert Dienst habe ich den idealen Nachfolger gefunden.“