Bezirk Mödling: Meinungen der Lokal-Parteien zu Kurz-Rücktritt

ÖVP und Grüne hoffen auf Stabilisierung, SPÖ, NEOS und Freiheitliche teilen aus.

Erstellt am 13. Oktober 2021 | 04:32
Sebastian Kurz
Sebastian Kurz
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

Mödlings Bürgermeister Hans Stefan Hintner, stellvertretender ÖVP-Bezirksparteiobmann und Nationalratsabgeordneter, spricht auch nach dem Bundeskanzler-Wechsel von einer „schwierigen Situation“. Er lerne in seiner jahrzehntelangen politischen Karriere „immer wieder dazu“, deshalb werde es von ihm auch keine Prognose geben, wie lange Türkis-Grün hält: „Ich weiß nur, dass sich die Bürger Stabilität wünschen und viele inhaltliche Themen abzuarbeiten sind.“ Zudem erkenne er „keinen übermäßigen Wunsch nach Neuwahlen oder Sympathiegewinne der Opposition. Oder wollen Sie einen Minister, der die Pandemie mit Brennnessel-Tee bekämpft?“

Für Perchtoldsdorfs Vizebürgermeister Christian Apl, Grüne, ist „der ,Fall Kurz’ ein Paradebeispiel, das sichtbar macht, dass zu einer ganzheitlichen Nachhaltigkeit auch die soziale gehört. Alles andere zerstört Vertrauen. Jetzt gilt der volle Fokus auf die Arbeit für Österreich. Die ist auch dringend notwendig, weil wir immer noch nahezu ungebremst in eine Serie von Klimakatastrophen hineinlaufen“.

SPÖ-Bezirksparteivorsitzender Hannes Weninger aus Gießhübl sieht die Situation so: „Bei Sebastian Kurz ist der Lack ab. Mit dem Entzug der schützenden Hände haben die ÖVP-Landeshauptleute den Anfang vom politischen Ende der türkisen Familie eingeleitet. Der Mühlstein Kurz wird also noch einige Zeit am Hals von ÖVP und Grünen hängen. Für uns als SPÖ dürfen die aktuellen Herausforderungen Arbeitsplätze und Wirtschaft, Gesundheit und Pflege sowie Klimaschutz und Soziales allerdings nicht in der Regierungskrise untergehen.“

NEOS weichen von „Neustart“ nicht ab

NEOS-Nationalratsabgeordnete Martina Künsberg-Sarre aus Perchtoldsdorf bleibt dabei: „Jetzt ist es an der Zeit, dem türkisen ,System Kurz’ und seinem Demokratieverrat nachhaltig ein Ende zu setzen. Es reicht nicht aus, einen Spieler einzuwechseln, es braucht jetzt einen Neustart. Einen Neustart mit einer Politik der sauberen Hände, die dafür sorgt, dass ein solches System, das uns die Akten bisher eindrucksvoll gezeigt haben, nicht mehr möglich sein kann. Ein Neustart für ein sauberes Österreich.“

Drastischer drückt es FPÖ-Bezirksparteiobmann Christoph Luisser, Biedermannsdorf, aus: „Der ,Rücktrick’ von Sebastian Kurz ändert nichts daran, dass er selbst und das ganze türkise System politisch am Ende sind. Die ÖVP versucht jetzt noch, in einem letzten Atemzug alles zuzudecken und das bröckelnde türkise System zu retten. Bezeichnend für den Zustand der ÖVP NÖ ist, dass sich die ÖVP-Landeshauptfrau Mikl-Leitner bis zuletzt an Kurz geklammert hat. Das zeigt, dass die Landesschwarzen ganz eng mit dem türkisen System verbandelt sind.“

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