Turnbefreiung ade: Aktiv im Schulsport . Wenn es nach den Sportlehrern Benjamin Schön und Maria Hofstätter geht, sollen im Schulsport alle mitmachen.

Von Johanna Hoblik. Erstellt am 19. Februar 2021 (03:34)
Das Ideenduo Benjamin Schön (M.) und Maria Hofstätter beim Podcast mit Extremsportler Michael Strasser.
Kerstin Quirchmayr

Die „Turnbefreiung“ ist Benjamin Schön, Lehrer für Geschichte, Sport, Sportkunde und Politische Bildung im Sportgymnasium, und Maria Hofstätter (Bewegung und Sport, Psychologie und Philosophie St. Pölten/Josefstraße) schon immer ein Dorn im Auge. Nun lassen die beiden 30-Jährigen unter dem Titel „Wenn im Schulsport ALLE mitmachen - Aktivitätspakete für Passive“, aufhorchen.

„Wir wollen mit diesem Projekt neues Selbstverständnis im Bewegungs- und Sportunterricht schaffen. Die Schülerinnen und Schüler werden so bei kleinen Einschränkungen wie einer Erkältung oder Verletzungen aus der ,Zuschauerrolle‘ geholt“, erklärt Schön.

Im NÖN-Gespräch werden die drei Module der Idee erläutert: „Alternative Bewegungsprogramme“ – warum nicht mit Gipshand ein Beinworkout absolvieren, „Unterstützende Teilnahme“ – in die Rolle des Co-Trainers, Schiedsrichters oder Analysten schlüpfen und „Theoriepakete“ – dabei plaudern Spitzensportler aus ihrem Leben, fünf Podcasts, unter anderem mit dem erfolgreichsten österreichischen Olympiateilnehmer Felix Gottwald, sind schon entstanden. „Der Sportunterricht wird vielfältiger, das passive Potenzial kann genutzt werden“, fasst Schön zusammen: „Kinder sollen nie mehr sinnlos danebensitzen“.

Walter Sockel, Direktor des Maria Enzersdorfer Sportgymnasiums, freut sich über „engagierte Lehrerinnen und Lehrer mit innovativen Ideen“ und sieht das Konzept als „sinnvolle Handreichung im Sport, Schülerinnen und Schülern maßgeschneiderte Lösungen anzubieten, um trotz ihrer jeweiligen Einschränkung aktiv am Unterricht teilnehmen zu können“.

Nun werden Kooperationspartner und Förderer gesucht.