130 Jahre St. Gabriel: "Gestaltung der Nähe“. Mit Freunden und Künstler aus aller Welt wurde auf die traditionsreiche Geschichte des Hauses zurückgeblickt.

Von Johanna Hoblik. Erstellt am 27. Mai 2019 (04:44)
Slouk
Feierten miteinander das Weltfest und 130 JahreSt. Gabriel: Petra Lapinski, wirtschaftliche Leiterin des Missionshauses, Provinzial P. Stephan Dähler, Rektor P. Toni Fencz, Hausorganistin Angela Amodio, Vizebürgermeister Andreas Stöhr von Maria Enzersdorf und die beiden Gemeinderätinnen Gertrud Pflügl und Hannelore Hubatsch.

Das Missionshaus St. Gabriel ist 130 Jahre alt. Zu diesem Anlass luden die Steyler Missionare Freunde und Künstler aus aller Herren Länder zu einem „Weltfest“ in das Seminarhotel „Gabrium“.

Davor fand ein Gottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche statt. Die Patres Franz Helm, Matthias Felber, Tanysun Sunico, Saverius Susanto und Josef Denkmayr, samt Provinzleiterin Schwester Hemma Jaschke und Schwester Lelia Surtina fanden sich dabei spontan zu einer „Steyler Band“ zusammen.

Provinzial Pater Stephan Dähler beleuchtet das Engagement der Steyler Missionare: „Wenn man sich mit der Weite der Welt befasst, hat das konkrete Auswirkungen für die Gestaltung der Nähe.“

"Von Maria Enzersdorf aus gingen 2.000 Missionare in die ganze Welt"

Mehr als 100 Jahre war St. Gabriel Ausbildungsort für Priester und Handwerksbrüder der „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“, wie die Steyler Missionare mit vollem Namen heißen (Societas Verbi Divini, SVD).

Von Maria Enzersdorf aus gingen 2.000 Missionare in die ganze Welt. Seit der Gründung wurden 3.000 Missionare ausgebildet. Heute gehören 26 Patres und 18 Brüder zu St. Gabriel.

Die beiden Weltkriege bedeuteten jeweils einen großen Einschnitt in der Geschichte. Viele Mitbrüder starben im Krieg, während des Zweiten Weltkriegs war ein Flugmotorenwerk im enteigneten Missionshaus untergebracht worden. 1964 war wieder ein Aufschwung spürbar. Neben der Wiedereröffnung des Exerzitienhauses wurde auch eine Buchhandlung eingerichtet.

Änderung der Kirche weltweit spürbar

In den Jahrzehnten änderte sich die Situation der Welt, der Weltkirche und der Orden. Die meisten Steyler Missionare kommen nun aus Asien, manche von ihnen werden zur Seelsorge nach Europa gerufen. Derzeit sind bei den Steyler Missionaren 1.213 junge Männer auf dem Weg zum Priestertum, 18 Europäer und 997 Asiaten.

Vizeprovinzial Franz Helm fasst die Beweggründe für das Fest zusammen: „Wir wollten einen Akzent setzen und mit denen feiern, die die Missionsprokur weltweit unterstützen.“