Für Brunner in Notschlafstelle wird nach Lösung gesucht. Der Personenbetreuer des besachwalteten Mannes im Franziskanerkloster weiß, wie schwierig die Lage für den Brunner ist.

Von Johanna Hoblik. Erstellt am 04. April 2020 (05:23)
Das Franziskanerkloster in Maria Enzersdorf bietet zwei Notschlafplätze.
privat

Im Franziskanerkloster Maria Enzersdorf wird eine der beiden Notschlafstellen schon seit 27. Februar von einem besachwalteten Brunner (60) belegt, die NÖN berichtete in der Vorwoche. Jetzt meldet sich in der Causa der Personenbetreuer des Besachwalteten zu Wort.

Personenbetreuer Christian Mayer, beauftragt durch den Erwachsenenvertreter des Brunner Klienten, einem Anwalt, hält mit seiner Sicht der Dinge nicht hinter dem Berg: „Mein Klient bekam nach der Wegweisung aus der elterlichen Wohnung durch Vermittlung seines Erwachsenenvertreters und der Polizei sofort einen Notschlafplatz in St. Pölten. Der wurde aber am nächsten Tag von ihm wieder in Richtung Brunn verlassen.“

Mann zog es zurück in seine Heimat Brunn

Laut der neuen Gesetzeslage hinsichtlich besachwalteter Personen kann ihn auch niemand daran hindern. „Nach Hause durfte er nicht, Familie und Bekannte gab es anscheinend nicht, obwohl er offenkundig die Nähe zu seinem Elternhaus sucht. Mit der psychischen Erkrankung ist das auch schwierig.“ Dass in Niederösterreich die Situation besonders schlimm sei, da es sehr wenige freie Plätze gebe, ist für Mayer Fakt. „Mein Klient wäre nicht der Erste, der auf der Straße steht,“ die Corona-Problematik komme jetzt noch erschwerend hinzu.

„Lösung sehe ich derzeit keine“, auch wenn schon ein neuer Platz in einer psychosozialen Einrichtung in Mistelbach gefunden wurde. Dort gibt es wegen dem Coronavirus aber derzeit eine Aufnahmesperre. „Auch logistisch wäre eine Aufnahme nicht zu bewältigen, das beginnt beim Transport, denn es muss gewährleistet sein, dass er nicht am Virus erkrankt und damit ansteckend ist. Außerdem müsste er 14 Tage in Quarantäne. Das führt alles derzeit in eine Sackgasse.“ Mayer sieht in der derzeitigen Ausnahmesituation nur zwei Möglichkeiten: „Entweder mein Klient bleibt im Franziskanerkloster oder man weist ihn von dort weg, dann steht er auf der Straße.“ Franziskanerpater Alexander Puchberger betont: „Selbst der Herr Bundespräsident hat sich durch ein Schreiben für den Mann, den wir beherbergen, eingesetzt. Welche Möglichkeiten das weiterhin sehr bemühte Land Niederösterreich zustande bringen wird, werden wir sehen. Ich hoffe auf eine objektive Lösung, die individuell für den Betroffenen passt.“