Pfarrer P. Elmar Pitterle im Gespräch. Die Pfarrkirche Maria Enzersdorf in der Südstadt entwickelte sich rasch zu einem Ort der Begegnung.

Von Johanna Hoblik. Erstellt am 05. Juni 2021 (05:38)
Bürgermeister Johann Zeiner (l.) und Vizebürgermeisterin Michaela Haidvogel gratulierten zum Jubiläum: Michael Kreuzer, Elmar Pitterle, Josef Ruffer, Alexander Puchberger und Franz Jedlicka (v.l.).
Gemeinde, Gemeinde

Die Pfarrkirche Maria Enzersdorf in der Südstadt feiert ihr 50-Jahr-Jubiläum. Einige Jahre lang musste die damals neu entstandene Gartenstadt „Südstadt“ ohne eigene Kirche auskommen. Die Messen wurden in der Aula des Newag/Niogas-Verwaltungsgebäude (heutige EVN) abgehalten. Dass dies keine permanente Lösung sein konnte, war klar.

Die Architekten Gerhard Düh und Hannes Lintl präsentierten ein Projekt, an dem man nicht vorbeikam und es begann im Jahr 1969 eine bewegte Bauzeit. Das neue Gotteshaus konnte schon am 20. Dezember 1970 von Erzbischof Franz Jachym eingeweiht werden.

Pater Elmar Pitterle übernahm 2013 die Aufgaben als Pfarrprovisor in der damaligen Pfarre Südstadt. Nach der Zusammenlegung mit der Franziskanerpfarre im Jahr 2014 wurde Pitterle Pfarrer der Pfarre Maria Enzersdorf-Zum Heiligen Geist. 

Pitterle, der auch Pfarrer der Hinterbrühl und stellvertretender Leiter des Kirchenbezirks Mödling ist, streicht gegenüber den NÖN die Bedeutung des Bauwerks für die Bevölkerung über die vergangenen 50 Jahre hervor: „Der Tempel aus Stein ist wichtig. Das war der Traum der Südstädter, ein eigenes Gotteshaus zu bekommen.“ Treibende Kraft war der damalige Pfarrer Franz Jantsch. Die Kirche entwickelte sich rasch zu einem Ort der Begegnung und der Kommunikation. „Viele haben in dieser Kirche ihren Glauben gefeiert und Impulse bekommen über den eigenen Kirchturm hinauszuschauen.“

Für Pitterle ist „jeder Mensch ein lebendiger Tempel Gottes. Wir wollen Kirchen aus lebendigen Steinen bilden, uns aber trotzdem in einem Gotteshaus versammeln, um ein Gespür für die Menschen zu bekommen“.

Wohin der Weg geht und welche Aufgabe der Kirche zufällt, ist für den Pfarrer völlig klar: „Wir müssen an die Ränder, unseren Blick den Menschen und ihren Problemen zuwenden. Unsere größte Sorge ist nicht, dass die Kirchen wieder voll sind, sondern – da bin ich ganz bei den Worten von Kardinal Christoph Schönborn – wie es den Menschen geht. Entscheidend ist dabei die Begegnung auf Augenhöhe.“

Ptterle fügt den Wunsch an, dass „wir als Christen unser Profil schärfen, wofür wir als Kirche stehen“. Im Dichtmachen wird Europa seiner Meinung nach „immer erfindungsreicher“ und hält fest: „Wir bräuchten uns nur Zeit nehmen und wieder zuhören lernen. Die Werte des Evangeliums stehen für Pitterle „für die unantastbare Würde des Menschen Brücken zu bauen und Mauern abzureißen“.