Krach nach Wandeinsturz in Biedermannsdorf. Schrecksekunden beim Umbau des Gemeindeamts in Biedermannsdorf. Grünen-Sprecherin Simone Jagl kritisiert Baustellensicherung.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 17. Oktober 2019 (05:26)
Jandrinitsch
Es war von Anfang an geplant, dass das einstige Gemeindeamt völlig ausgehöhlt wird. Dies wurde auch bei der öffentlichen Projektvorstellung entsprechend kommuniziert.

Für Grünen-Gemeinderätin Simone Jagl war der Einsturz des oberen Teils der Außenmauer des Gemeindeamtes hin zur Perlasgasse das Tüpfelchen auf dem I. Denn sie kritisiert seit dem Start des Umbaus, dass „die Baustellensicherung ungenügend“ sei.

Und das in zweierlei Hinsicht: einerseits sei es besonders für ältere und gehbehinderte Menschen schwierig, von der HLW kommend oder zur Volksschule gehend, ungefährdet die Straße zu queren. Erst nach Kritik der Grünen sei ein Fachmann damit beauftragt worden, Vorschläge für mehr Sicherheit für die Fußgänger zu erarbeiten. Auch hinsichtlich der Baustellenabsicherung hätten verstärkt Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen, meint Jagl und verweist auf einen Info-Zettel, erstellt vom zuständigen Projektleiter nach Bauarbeitenkoordinationsgesetz.

„Erst nach Abschluss der weiteren Bestandssicherung sowie Begutachtung der Schäden durch den Statiker werden die eigentlichen Bauarbeiten weiter geführt.“ Vizebürgermeister Sepp Spazierer, SPÖ

In dem Schreiben kritisiere dieser die fehlenden Sicherheitsmaßnahmen laut Bauarbeitenkoordinationsgesetz und die mangelnde Abstützung der Außenmauern, obwohl er dies in einer Besprechung am 8. Oktober mit den Bauverantwortlichen klar kommuniziert habe. Jagl ist überzeugt: „Es ist somit spätestens seit 8. Oktober Gefahr in Verzug, sofortige Sicherungsmaßnahmen der Baustelle wären notwendig gewesen.“

Der Architekt ist über diese Darstellung empört und verweist auf NÖN-Anfrage auf eine Stellungnahme, die er der Gemeinde abgegeben hat, da er nicht „zum Spielball politischer Intrigen“ werden will.

Darin heißt es: „Vor Beginn der Abbruchtätigkeit wurde eine Bestandssicherung nach statischen Vorgaben hergestellt. Dies wurde mit 4. Oktober abgeschlossen, sodass mit der Entkernung begonnen werden konnte. Die Abbrucharbeiten fanden unter ständiger Überwachung des Statikers sowie der örtlichen Bauleitung statt und wurden nach einem vorgegebenen Arbeitsablauf sowie nach Erfordernis hergestellt. Am 10. Oktober wurde leider durch die Abbruchtätigkeit die Außenmauer zur Perlasgasse im Obergeschoßbereich auf einem Teilstück beschädigt, sodass auf Anordnung des Statikers und der Österreichischen Betondecken Ausbau GmbH (ÖBA) zwei Pfeiler sowie deren Fensteröffnungen aufgrund der nun fehlenden Standsicherheit entfernt werden mussten. Daraufhin erfolgte ein Baustopp durch die beauftragte Baukoordination, um weiteren Schaden abzuwenden.“

Die Sicherheit der Baustelle sei „vorrangig und ist durch die beauftragte Baukoordination gewährleistet. Ebenfalls musste der Statiker eine Bestandsaufnahme der Schäden vornehmen, um nun entsprechende weitere Bestandssicherungen angeben zu können“, heißt es in dem Schreiben.

Vizebürgermeister Sepp Spazierer, SPÖ, versichert: „Erst nach Abschluss der weiteren Bestandssicherung sowie Begutachtung der Schäden durch den Statiker werden die eigentlichen Bauarbeiten weiter geführt. Dies sollte ab Donnerstag wieder möglich werden.“