Eier in der Kutsche in Hennersdorf. Matthias Heindl und Denise Prilisauer setzen auf Eierautomaten & viel Platz für die Hennen.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 04. April 2021 (05:55)
Denise Prilisauer und Matthias Heindl vor ihrer „Eierkutsche“.
 
Jandrinitsch

Gleich hinter dem Bauernhaus von Matthias Heindl tummeln sich 250 Legehennen und sechs Hähne auf der grünen Wiese. Im Hintergrund begrenzt das Hühnermobil den Auslauf der Hühner.

Es ist der Schlaf-, Futter- und Legeplatz der Scharvögel, der von Matthias Heindl mit der Kraft seines Traktors von Wiese zu Wiese gezogen wird, damit die Hühner tatsächlich immer frisches Gras für ihren Auslauf zur Verfügung haben.

„Wir haben lange überlegt, wie wir mit unserer Hühnerhaltung weitertun“, erzählt Heindl. „Aber wir hielten immer Hühner, also haben wir die Investition in den mobilen Hühnerstall gewagt“, erzählt der junge Landwirt. Immerhin sollen die Hühner ja auch als zweites Standbein neben dem Ackerbau für das bäuerliche Einkommen sorgen. Erst vor sechs Wochen kam das Hühnermobil auf den Hof respektive die Wiese. „Ich habe es jetzt einmal direkt auf der Wiese hinter dem Haus aufgestellt, um zu beobachten, wie die Hühner den mobilen Stall annehmen“, erzählt Heindl.

Die Eingewöhnungsphase, in der die Hennen noch etwas schreckhaft waren, ist vorbei. Jetzt haben sie das Hühnermobil akzeptiert, gehen ein und aus, legen in die Dinkelspelzen ihre Eier, was eine sehr hygienische Angelegenheit für die Vögel und ihre Besitzer ist.

Auch Heindls Partnerin Denise Prilisauer unterstützt diese Form der artgerechten Freiland-Hühnerhaltung. „Es hat etwas sehr Beruhigendes, den Hühnern zuzusehen, wie sie auf der Wiese herumlaufen, Futter picken, hin und wieder, wenn sie aufgeschreckt werden, unter den Taktoranhänger flüchten und dann wieder ihrer Hühnertätigkeit nachgehen“, erzählt Prilisauer.

Die Eier werden jeden Tag händisch abgesammelt, sofort in einen Eierkarton geschlichtet und in den ebenfalls erst seit kurzem aufgestellten Eierautomaten vor dem Haus zum Verkauf angeboten.

„In der Pandemie schätzen die Leute es doch, mit regionaler Ware versorgt zu werden“, bemerkt Heindl ein Umdenken der Konsumentinnen und Konsumenten, von dem er hofft, dass es auch anhält.