Abfall-Problematik: „Trennung“ fällt nicht leicht. Forderung nach einem gemeinsamen Dosen-Plastik-System sorgt für Debatte.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 25. Juli 2021 (04:58)
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Walter Neuhauser aus Wiener Neudorf wandte sich mit einem Problem an die NÖN-Redaktion: „Wien hat für Dosen und Kunststoff seit Jahren nur mehr einen Sammelbehälter. Die Stadt Mödling hat seit Kurzem auch nur mehr einen Sammelbehälter für diese Wertstoffe. Wann wird der Abfallverband Mödling auch in anderen Gemeinden tätig?“

Mödlings zuständige ÖVP-Stadträtin Franziska Olischer (Bild), auch Obfrau des Gemeindeverbandes für Abgabeneinhebung und Umweltschutz (GVA Mödling), antwortet auf die Anfrage mit einem „Das stimmt so nicht: Mödling hat lediglich an einigen Plätzen in der der Stadt ein Pilotprojekt mit der ARA laufen. Generell werden Leicht- und Metallverpackungen getrennt gesammelt.“

Man setze in Mödling seit vielen Jahren auf diese Art der Trennung, die Abfallberaterin Daniela Jordan auch „schon den Jüngsten in den Kindergärten und Volksschulen erklärt“.

Mischsystem versus Pfandsystem

Im Herbst des Vorjahres starteten die ARA und „friendly energy“, Hersteller der solarbetriebenen digitalen, Abfallbehälter mit integrierten Müllpressen „Big Belly“, die in Mödling seit 2009 im Einsatz sind, in Kooperation mit der Stadtgemeinde Mödling den Pilotversuch einer gemeinsamen Sammlung von Plastikflaschen und Dosen in gekennzeichneten „Big Bellys“.

„Dadurch soll vermieden werden, dass wesentliche Wertstoffe im Restmüll landen. Ob ein Misch-Sammelsystem tatsächlich eine echte Alternative zum Pfand auf Plastikflaschen und Dosen, wie in Deutschland schon lange praktiziert, darstellt, muss sich erst noch herausstellen“, betonte Olischer.

Aktuell stehen im gesamten Stadtgebiet von Mödling 610 Papierkörbe für spontan anfallendem Restmüll zur Verfügung.

Wollte man, dass auch im öffentlichen Raum Plastikflaschen und Dosen nicht im Restmüll oder sogar in der Natur landen, müsste dazu „nicht nur weitaus mehr Öffentlichkeitsarbeit als bisher betrieben, sondern auch das Angebot von Sammelbehältern speziell für Leicht- und Metallverpackungen im öffentlichen Raum enorm gesteigert werden“, ist Olischer überzeugt.

„Diese Behälter müssten ob des größeren Volumens von Verpackung auch größer dimensioniert sein und sind demnach auch entsprechend teurer. Denn nur wenn Misch-Sammelbehälter in genügender Anzahl zur Verfügung stehen, werden die Bürgerinnen und Bürger Plastikflaschen und Dosen auch getrennt vom Restmüll entsorgen.“

Für welches Sammelsystem sich die Bezirks-Umweltverbände mehrheitlich entscheiden: Wesentlich ist, dass dieses System einheitlich in ganz NÖ gilt. „Erklärtes langfristiges Ziel muss sein, ein österreichweites, einheitliches Sammelsystem einzuführen“, sind Olischer und GVA-Geschäftsführer Werner Tippel überzeugt.

: Stadtgemeinde Mödling