Anrainer-Ärger über die „Betonwüste“ . Die Gestaltung der neuen Fläche im Bereich Grutschgasse sorgt für Ärger. Doch schon bald soll Grün sprießen.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 12. April 2019 (04:15)

Rainer Praschak von den Grünen versteht als zuständiger Stadtrat die Welt nicht mehr. Die Neugestaltung des „Fliagnspitz“, des Bereichs Grutschgasse – Guntramsdorfer Straße – Lowatschek-Gasse, gerät plötzlich in die Kritik.

Unter anderem ärgert sich Umweltschützerin Gudrun Foelsche: „Man hat zugesichert, vor Baubeginn des geplanten Wohnbauviertels mit mehr als 200 Wohneinheiten ein Verkehrsprojekt vorzustellen, die Grünflächen und den Baumbestand möglichst zu erhalten und die Anliegen der Bevölkerung bei dem Vorhaben zu berücksichtigen.“

Doch davon sei keine Rede mehr. Ein Großteil des Baumbestandes wurde entfernt, eine 13 Meter breite Zubringerstraße quer durch das Areal Richtung Grutschgasse errichtet und im Bereich des „Fliegenspitzes“ mit Schotter und Betonplatten „ein Erholungsplatzl etabliert. Es fehlen die kleinen Klimazellen, Grün- und Erholungsflächen. In den Sommermonaten ist mit unerträglicher Hitze durch große Asphaltflächen zu rechen. Von einem lebenswerten Stadtklima kann nicht die Rede sein“, macht Foelsche ihrem Ärger Luft.

Status quo sei keine Überraschung

„Wir sind während der gesamten Bauzeit über fast ständig vor Ort“, beteuert Praschak. Gehört habe er nur „einige kritische Einzelmeldungen“.

Das Projekt wurde unter Bürgerbeteiligung umgesetzt, war und ist politisch im Stadterneuerungsausschuss Thema: „Da sind alle Parteien vertreten.“ Deshalb könne es jetzt niemanden überraschen, dass der Platz momentan so aussehe: grau in grau, einer Betonwüste gleich. Das sei dem Umstand geschuldet, dass mit der Bepflanzung witterungsbedingt erst vor wenigen Tagen gestartet werden konnte. „Es werden insgesamt 29 Bäume gepflanzt“, betont Praschak, darunter Ginkgo-Bäume, die bis zu 30 Meter hoch werden: „Das bedeutet, dass in den nächsten Jahren, wenn sich die Bäume gut entwickeln, schattige Bereiche mit einem geschlossenen Blätterdach entstehen werden.“

Auch über 5.000 Stauden und Rasenflächen werden dem Platz zu mehr Grün verhelfen, verspricht der Stadtrat. Planerin Heide Studer vom Büro „tilia“ ergänzt: „Die Gräser und Stauden werden in Kiesmulch gepflanzt, um die Pflege leichter möglich zu machen.“

Und im Bereich des Kriegerdenkmals werden ebenfalls beidseitig Blumen gepflanzt. „Der Kameradschaftsbund wollte eine Fläche beim Denkmal, um Kränze niederlegen zu können und bei Feierlichkeiten seitlich zwei Männer hinstellen zu können.“

Alles in allem ist Praschak zuversichtlich: „Es wird ein sehr schöner Platz werden, bei dem wir – wie von der Bevölkerung wünscht – viele Arten der Nutzung unterbringen werden.“