Mödling

Erstellt am 03. Dezember 2018, 04:45

von Christoph Dworak

Budget: Stadtbad bleibt Sorgenkind. Mödling knackt erstmals die 70 Millionen-Euro- Marke. Nur die Freiheitlichen lehnten den Haushaltsplan ab.

Finanz-Stadtrat & Vizebürgermeister Ferdinand Rubel, ÖVP, präsentierte das Budget 2019.  |  Dworak

Zwei Kennzahlen prägen das Budget 2019, machte Finanz-Stadtrat & Vizebürgermeister Ferdinand Rubel, ÖVP, deutlich: „Mit 64,6 Millionen Euro im Ordentlichen und 5,6 Millionen im Außerordentlichen Haushalt kommen wir erstmals auf eine Gesamtsumme von über 70 Millionen Euro“.

Weniger erfreulich: Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben in der Gruppe 8 – Dienstleistungen (von Wirtschaftshof über Kläranlage, Wasser, Stadtbad, Forst, Friedhof, Wasserversorgung, Abfallwirtschaft, Sportanlagen bis hin zu Park & Ride) – beträgt erstmals über 7 Millionen Euro. 20,5 Millionen Euro wurden eingenommen, 27,5 Millionen investiert.

Nach wie vor kein Aufatmen in Sicht ist im Stadtbad: prognostizierter Abgang im 2019er-Budget: 1,4 Millionen Euro.

Dennoch spricht Rubel von einem „positiven, vorsichtigen Budget, das nach dem Realisationsprinzip erstellt wurde. Es ist gelungen, den Darlehensstand erneut nicht zu erhöhen und die Haftungen zu reduzieren“.

Ein eventueller Überschuss aus dem Rechnungsabschluss 2018, der laut Rubel durchaus zu erwarten sei, ist ebenfalls noch nicht ins Budget 2019 eingeflossen. Die Höhe der Summe der Ertragsanteile von Bund und Land – 23,8 Millionen Euro – sei kein Selbstläufer, betonte Rubel: „Wir müssen da sehr danach trachten, dass wir weiterhin über 20.000 Hauptwohnsitzer haben; für alle darunter gibt’s weniger Geld.“ Für die 4.600 Mödlinger Nebenwohnsitzer „bekommen wir keinen Cent“, bedauert der Finanzstadtrat.

Physikalische Institut verlässt Freizeitzentrum

Was den Minus-Posten „Stadtbad“ betrifft, ist Rubel fast schon verzweifelt. „Ich weiß schon gar nicht mehr, wie viele Studien in meinen Schreibtischladen liegen“. Von Erfolg gekrönt war noch keine.

Aktuell hat sich ein Experte aus den Niederlanden auf die Suche nach möglichen Betreibern gemacht – die NÖN berichteten.

Der nächste Tiefschlag: das „Physikalische Institut“ übersiedelt vom Stadtbad in den Bürohaus-Neubau Ecke Gabrielerstraße/Wiener Straße; der Gemeinde entgehen somit jährlich etwa 95.000 Euro an Mieteinnahmen.

Der Finanzstadtrat blickt zurück: „Nach der Eröffnung des Bades im Jahr 1928 haben die Kosten das Budget komplett aufgefressen. Heute müssen wir uns zurecht die ernsthafte Frage stellen, ob wir diese Einrichtung – noch dazu in einer Schulstadt wie Mödling – aufrechterhalten.“ Das mehrheitliche Ja dazu sei bereits vor Längerem im Gemeinderat gefallen.

Für Rubel ist daher nur ein Ziel vorrangig: „Den finanziellen Pegel zu halten“ und nicht noch mehr ins Minus zu rutschen.

Das Budget 2019 wurde mit Gegenstimmen der FPÖ beschlossen (37 Ja, 4 Nein).