Das Comeback im Banken-Chefsessel. Für Thomas Schantz (49) ist die Rolle als Geschäftsleiter nicht neu. Er war schon Volksbank-Baden-Vorstand, jetzt ist er der neue Geschäftsleiter der Raiffeisen Regionalbank Mödling.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 14. Januar 2021 (04:34)
Thomas Schantz will sich einem Thema besonders widmen: „In unserem Unternehmen wird Nachhaltigkeit großgeschrieben, so bieten wir etwa ein umfangreiches Portfolio an nachhaltigen Veranlagungsmöglichkeiten an.“
Dworak

2021 ist für Thomas Schantz ein Jahr der Jubiläen. Der neue Geschäftsleiter der Raiffeisen Regionalbank Mödling (RRB) wird 50, feiert gemeinsam mit seiner Susanne den 25. Hochzeitstag und ist seit 30 Jahren im Bankgeschäft tätig.

Den gebürtigen Pottendorfer hat das Bankenwesen schon immer interessiert, der Großvater war Direktor der Volksbank in Pottendorf. Nach der Matura im Gymnasium Wr. Neustadt-Gröhrmühlgasse begann Schantz bei der „Ersten“, ehe er zur Volksbank (Baden-Mödling-Liesing) wechselte, nahezu sämtliche Funktionen durchmachte, eher er zum Vorstand der Volksbank Baden und Aufsichtsratsvorsitzenden der Volksbank Wien AG avancierte.

Nach der Fusion mit der Volksbank Wien stellte Schantz fest: „Als regional verwurzelter Banker ist das nicht mehr meine Welt.“ Er machte sich als Unternehmensberater selbstständig, die Kontakte in die Bankenwelt und Jobangebote rissen nie ab.

Zufall führte beim Comeback Regie

„Durch Zufall“ sei es zu einem Gespräch mit Stefan Jauk (bisher Geschäftsleiter bei der RRB Mödling) gekommen, bei dem man bald gemerkt habe, dass man einander „sehr gut ergänzen kann“. Vor zwei Jahren wurde Schantz als Bereichsleiter (Privatkunden und Kompetenzcenter) und Prokurist Teil des RRB Mödling-Teams.

Durch den bevorstehenden Wechsel von Jauk zur Niederösterreichischen Versicherung AG (ab März, Generaldirektor ab September) hat sich Schantz um die Nachfolge beworben. Mit Erfolg. Für ihn ist die Geschäftsleiter-Funktion aufgrund seiner jahrelangen Vorstands-Erfahrungen bei der Volksbank (2009 bis 2015) nichts Neues.

Den regionalen Weg werde man weitergehen, die Bilanzsumme in der Höhe von etwa 1,85 Milliarden Euro und 65.000 Kunden würden Bände sprechen: „Dass wir ein modernes digitales Angebot haben und gleichzeitig höchstpersönlich für unsere Kunden da sind, wird weiterhin unsere Stärke sein.“ Die Schließung von Standorten sei nicht geplant, vielmehr setze man „auf die Modernisierung und Erweiterung einiger Filialen, beispielsweise in Vösendorf und Münchendorf“.

Im ersten Monat seiner Tätigkeit als Geschäftsleiter wurde Schantz gleich mit einer großen Herausforderung konfrontiert: dem Schließfach-Coup. „Dass wir von so einem hochkomplexen Kriminalfall getroffen werden, war für uns unvorhersehbar und unvorstellbar.“ Mittlerweile habe man schon viele Themen aufgearbeitet und stehe in guten Gesprächen mit den Geschädigten. „Wir starten zuversichtlich in das Jahr 2021.“