Die letzten Linden sind in der Payergasse gefallen. Seit Sommer 2020 ist das Parkplatzprojekt den Anrainern der Mödlinger Payergasse ein Dorn im Auge. Genossenschaft hofft auf Baustart.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 01. Mai 2021 (05:23)
Das begrünte (Parkplatz-)Freiflächenprojekt, das noch immer der Genehmigung harrt.
MÖGEN, MÖGEN

Viele Anrainer und Umweltschützer werden froh sein, wenn aus dem Projekt nichts wird, Andreas Holzmann, Obmann der „Baugenossenschaft Mödling“ (MÖGEN) hingegen kann es kaum mehr erwarten, das gesetzliche Go zu erhalten. Anstelle der etwa 3.000 m 2 großen Grünfläche im Innenhof der genossenschaftseigenen Anlage Payergasse 22-30 sollen Parkplätze entstehen. Die Proteste im Sommer 2020 waren gewaltig, vor allem, als die ersten Baumriesen der Säge zum Opfer fielen.

Jetzt wurden erneut zwei Bäume gefällt. Holzmann macht im NÖN-Gespräch deutlich, dass „wir seit 2017 laut einem Gutachten wissen, dass die etwa 100-jährigen Linden von einem Pilz befallen sind, der holzzerstörend wirkt, und wir aus Sicherheitsgründen reagieren müssen“.

Obmann Andreas Holzmann.
Willy Kraus, Willy Kraus

Da Parkplätze in der Gegend rar sind, sei das Projekt entstanden, Stellflächen im Innenhof zu schaffen. „Wir reden aber über Freiflächen-Gestaltung, nicht über Flächenversiegelung für die Schaffung von Parkplätzen wie beim Krankenhaus“, betonte Holzmann.

Entstehen soll ein „ökologisch ausgeklügeltes Vorzeigeprojekt mit knapp über 40 Parkplätzen, mit Gründächern am Carport und 36 neuen Bäumen. Sechsmal so vielen wie bislang im Bestand waren“.

Auf die Baubewilligung wartet die Genossenschaft immer noch. „Beim Hausbau brauch’ ich nicht so viele amtliche Gutachten“, schüttelt Holzmann den Kopf. Dazu benötige die Gemeinde als Baubehörde erster Instanz Zeit, die Einsprüche abzuarbeiten. „Wir stehen jedenfalls Gewehr bei Fuß“, sagt Holzmann.

Dass die Mödlinger Grünen immer noch heftig Kritik am Parkplatz-Projekt üben und das in direkter Verbindung mit einem weiteren Vorhaben sehen, ärgert Holzmann maßlos: Ja, man müsse im Zuge des Baus der neuen MÖGEN-Zentrale in der Haydngasse 25 die bestehenden „Container-Garagen“ abreißen, die Kompensierung dieser Stellflächen habe mit dem Payergasse-Projekt nichts zu tun: „Durch den Neubau werden fast 50 neue Parkplätze – viele davon in der Tiefgarage - entstehen.“

Holzhybridbau in der Haydngasse

„Nicht nur das: Unser neues Bürogebäude wird ein ökologischer Holzhybridbau werden“, erklärt Holzmann. Und durch die Übersiedlung werden in der aktuellen MÖGEN-Zentrale im Nachbargebäude „nach entsprechender Adaptierung viele leistbare Wohnungen frei“.

Spatenstich für das Haydngasse-Projekt soll 2022 sein. Rechtzeitig zum 110-jährigen Jubiläum der Baugenossenschaft Mödling.