Drei-Jahres-Plan für die Stadtbad-Sanierung. Von Betreibern oder Investoren gibt es nach wie vor keine Spur. Die Stadt muss nun handeln.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 10. Juli 2019 (05:00)
Willy Kraus
Das Mödlinger Freizeitzentrum wird auch in den nächsten Jahren ein Fall für die Stadtgemeinde bleiben. Investoren oder Betreiber sind kurzfristig nicht in Sicht. Jetzt muss mit der umfassenden Sanierung begonnen werden.

Es kommt wieder Bewegung in die unendliche Geschichte „Stadtbad“: wiewohl nicht in die eigentlich gewünschte Richtung. Denn die Suche nach einem möglichen Betreiber und Investor ist bislang ergebnislos verlaufen.

Alle Interessenten haben deutlich zu verstehen gegeben, dass zuerst die Stadt massiv ins Freizeitzentrum investieren müsse; erst dann könne man über ein Betreiberkonzept reden.

SPÖ

Heißt: Man beginnt de facto wieder von vorne. Das auch, zumal der Pachtvertrag mit dem Gastronomen im Herbst endet und das „Physikalische Institut“ in den Neubau Gabrieler straße Ecke Wiener Straße übersiedelt.

Gemeinde setzt Unterausschuss ein

„Die aktuelle Situation erfordert rasches Handeln, damit der uneingeschränkte Betrieb des Stadtbades gesichert werden kann“, stellt SP-Stadtparteiobfrau Silvia Drechsler klar. Umso erfreulicher sei der einstimmige Beschluss, einen Stadtbad-Unterausschuss einzusetzen, um „eine gemeinsame Vorgangsweise zur Absicherung des Stadtbades zu finden“.

Dass die Bevölkerung weiterhin hinter der Einrichtung stehe, habe die SP-Abordnung im Rahmen ihrer „Zuhör-Tour“ vor dem Stadtbad am Samstag vernommen. „Das Papier, um die Wünsche niederzuschreiben, hat fast nicht gereicht, so viele Anliegen hatten die Besucher“, betonte Drechsler. Das „ewige Herumdoktern“ müsse ein Ende haben, fordert Drechsler: „Die Gemeinde muss Geld in die Hand nehmen, um endlich die Grundsanierung des Bades zu starten. Dazu braucht es aber auch ein Gesamtkonzept, das wir schon lange einfordern.“

Bürgermeister Hans Stefan Hintner, VP, ist sich dessen bewusst, dass es jetzt „zu einem Paradigmenwechsel kommen muss. Wir müssen notwendige Investitionen vornehmen, können nicht mehr auf Investoren warten“. Die Übersiedlung des „Physikalischen Instituts“ sieht er auch als Chance, „in den Räumen ein Alleinstellungsmerkmal für unser Bad zu schaffen. Etwa mit einer tollen Saunalandschaft oder einer Salzgrotte“.

Eine Million Euro wird locker gemacht

Geld für die grundlegenden technischen und baulichen Sanierungen sei vorhanden, merkt Finanzstadtrat & Vizebürgermeister Ferdinand Rubel, VP, an: „Wir werden einen Dreijahresplan entwickeln. Alles in allem rechne ich mit einem Betrag in der Höhe von einer Million Euro. Ein Drittel davon soll heuer investiert werden.“

Nachdem die Übersiedlung des Eislaufplatzes in Richtung Schulsportzentrum gefallen ist, steht auch eine „Überzeltung“ (=Einhausung der Eisfläche inklusive des Zuschauerbereiches) im Raum. „Hier laufen die Gespräche noch.“

Auch die Sanierung des Garderobentrakts sei vordringlich zu berücksichtigen, ist Rubel überzeugt.

„Alles muss sich in einer finanziell bewältigbaren Größenordnung bewegen“, verweist Rubel auch auf den kaufmännischen Aspekt.

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