Ehrenamtliche als unersetzliche Helfer in Museen. Die Mödlinger Museen werden von freiwilligen Mitarbeitern in Schuss gehalten.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 15. August 2019 (04:35)
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Der Vergleich macht sicher: Ilse Jelus mit einem Buch, das noch auf seine Restaurierung wartet und ein fertig bearbeitetes Werk. Im Vordergrund der verstaubte Rock, der seiner Reinigung harrt.

Das Museum Mödling im Thonetschlössl am Josef Deutsch-Platz ist für Ilse Jelus zum zweiten Zuhause geworden.

Sie schmunzelt: „Schon bevor ich in Pension gegangen bin, habe ich ehrenamtlich im Museum mitgearbeitet. Jetzt bin ich regelmäßig und mit Begeisterung im Museum, alles in allem schon gut 20 Jahre.“

Als „Mädchen für Alles“ kümmert sich die gelernte Technikerin um die Inventarisierung der diversen Objekte und um die Restaurierung von alten Büchern und Textilien. Letztere stammen aus dem Volkskundemuseum, ihren „Arbeitsplatz“ hat Jelus im Bezirksmuseum, ein kleiner, schmaler Raum, in dem sich verschiedene Objekte stapeln, die darauf warten, von Jelus wachgeküsst zu werden.

Umfangreiche Sammlung

Ein total verstaubter Rock aus der Sammlung des Volkskundemuseums ist darunter, der Stück für Stück gereinigt wird. „Ich habe eine Freundin von mir, eine ausgebildete Textilfachfrau so lange gequält, bis sie mir zugesagt hat, bei der Aufarbeitung der Textilbestände zu helfen.

Was mich auch sehr interessiert, sind Buchrestaurierungen“, berichtet Jelus. Dazu hat sie in Radlbrunn, im Museumsdorf Niedersulz und in Horn die entsprechenden Kurse belegt. Jetzt wendet sie ihr Können im Museum an.

Mit Freude zeigt sie zum Vergleich auf ein schon recht abgenutztes Buch und auf ein fertig restauriertes. „Das macht irrsinnigen Spaß“, sagt Jelus. Die Sammlung des Bezirksmuseums ist äußerst umfangreich. Immer wieder bringen Mödlinger Dinge, von denen sie sich trennen wollen aber diese nicht wegwerfen möchten, ins Museum.

NOEN
Schatullen, Stempel & vieles mehr, tragen die Mödlinger als sogenannte „Kleinobjekte“ ins Museum.

„Die Kleinobjekte habe ich von Anfang an betreut“, erzählt die ehrenamtliche Museumsmitarbeiterin. „Das bedeutet, sechs bis achthundert Objekte mit einer Nummer zu versehen und diese dann auch per Computer zu erfassen.“

Die Arbeit im Museum hört eigentlich niemals auf. „Alle, die hier mithelfen und sich engagieren, sind Ehrenamtliche. Aber langsam kommen wir in die Jahre, ich selbst bin auch 70 Plus. Deshalb würden wir uns über jüngere Verstärkung sehr freuen“, motiviert Jelus zur Mitarbeit. Auch Monika Chromy, Direktorin des Museums Mödling, ist stolz auf ihre freiwilligen Mitarbeiter, ohne die der Museumsbetrieb nicht denkbar wäre.

Und Ilse Jelus auf die Schätze, die das Museum beherbergt: „Es macht mich nur manchmal traurig, dass das Museum von Touristen mehr besucht wird als von Einheimischen. Die sind dann immer ganz erstaunt, was wir als Bezirksmuseum nicht für tolle Exponate und Ausstellungen bieten, wie jetzt die Ausstellung über die Geschichte der Luftfahrt im Bezirk.“ Führungen macht Jelus nur dann, „wenn es absolut sein muss. Jahreszahlen merk ich mir nicht, das ist wirklich nicht meines.“