Erinnerung an die „Niki Lauda Story“. Der Sportfotograf Alois H. Rottensteiner hielt das Leben der Formel 1-Legende in fesselnden Bildern fest.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 07. Juni 2019 (04:09)
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Buchautor Klaus Neuberger und Jazzmusiker Karl Plöchl mit „Die Niki Lauda Stroy“ von Alois H. Rottensteiner und Klaus Neuberger.

Alois H. Rottensteiner stammte aus Perchtoldsdorf, war ein begnadeter Fotograf und hatte sich bald der Sportfotografie verschrieben. Besonders fasziniert war der 2013 verstorbene Perchtoldsdorfer vom Motorsport. In der Königsklasse Formel 1 hatte es ihm vor allem ein Fahrer angetan, dessen Karriere er von der Stunde Null an verfolgte: Niki Lauda.

Nach seinem dritten Weltmeistertitel 1984 zeichnete Rottensteiner für die Bilder in einem Fotoband verantwortlich, der heute Kult und vergriffen ist: „Die Niki Lauda Story.“

Den Text dazu schrieb der Autor Klaus Neuberger, der sich selbst als „Ur-Mödlinger“ bezeichnet. Er erwies dem großen Rennfahrer bei der Verabschiedung im Stephansdom die letzte Ehre, und da erinnerte er sich auch wieder an „Die Niki Lauda Story“ und an eine Begebenheit, die sich zu Beginn der Karriere von Lauda in Mödling ereignete: „1973 war der damals junge Rennfahrer Niki Lauda im Mödlinger Drugstore in der Pfarrgasse, dem damaligen Jugend-Intreff der Stadt. Er, damals noch recht unbekannt, gab dort eine Autogrammstunde im Kaffeehaus.“

"Ohne Fotos von Alois hätte das Ganze nicht funktioniert"

Was Neuberger bist heute fasziniert: „Sein oranger BMW mit Münchner Kennzeichen parkte direkt bei der damaligen Trafik Klein im Rathaus.“ Was das Parken anbetraf, war Lauda also völlig unbekümmert, auch wenn ihn Neuberger als „jungen, etwas schüchternen Menschen“ in Erinnerung hat.

Neuberger, der sich als Verfasser von jagdhistorischen Büchern einen Namen gemacht hat, schnupperte als Co-Pilot selbst Rallye-Luft, seine letzte Rallye bestritt er mit Heinz Wittmann. Über die Entstehungsgeschichte der „Niki Lauda Story“ erzählt Neuberger: „Die Idee dazu hatte eigentlich ich. Doch ohne Fotos von Alois hätte das Ganze nicht funktioniert.“

Das Magazin beeindruckt noch heute mit den Fotos von Rottensteiner, dem „Star-Fotografen der Formel 1“, wie Neuberger seinen verstorbenen Freund bezeichnet. Neuberger sprach für „Die Niki Lauda Story“ vor allem mit Weggefährten von Lauda, aus den Erzählungen ergab sich ein schillerndes Mosaik, das die verschiedenen Facetten des Rennfahrers präsentierte. Nach dem sich Lauda aus der Formel 1 zurückgezogen hatte, blieb Rottensteiner dem Motorsport weiterhin treu und beobachtete mit der Kamera von nun an die Karriere von Joe Gartner, der erst in der Formel 1 und dann als Sportwagenrennfahrer seine Erfolge erzielte, bevor dieser 1986 tödlich verunglückte. Als Fan von Niki Lauda, der Bilder von Alois Rottensteiner und der Broschüre „Die Niki Lauda Story“ bezeichnet sich auch Karl Plöchl vom Jazz Forum Mödling. Er erwies dem verstorbenen Rennfahrer ebenfalls seine Referenz im Wiener Stephansdom.