Es rumort in der Siedlung: Verkehrslösung gefordert. Anrainer in Mödling fordern die Sperre der Durchfahrt.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 09. September 2020 (03:57)
Geht es nach Reinhard Bischof, kommt das „Einfahrt verboten“-Schild weg und die Durchfahrt in und aus der Südtiroler Siedlung wird zu Gänze gekappt.
Dworak

Ein Schranken machte einst die Ausfahrt von der Südtiroler Siedlung über die Kalterer Gasse Richtung Guntramsdorfer Straße unmöglich. Die Einfahrt ebenfalls.

Nachdem diese Sperre einen großräumigen Umweg über die Südtiroler Gasse – Weißes Kreuz-Gasse zum (damals neuen) Supermarkt sowie in Richtung B17 zur Folge hatte, wurde die Intention der Stadtgemeinde, den Schranken zu entfernen, immer lauter.

„Es kann nicht sein, dass die Gemeinde immer sofort etwas sperren oder umbauen muss, wenn sich andere nicht an Regeln halten.Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP

Nach Unterschriftenlisten und unzähligen Gesprächsrunden gab’s einen Kompromiss mit den Anrainern. Der Schranken kam weg, dafür wurde die Kalterer Gasse von der Andreas Hofer-Gasse im Bereich der Wohnbebauung Richtung Guntramsdorfer Straße eine Einbahn.

Diese Lösung hatte viele Jahre Bestand. Bis jetzt. Es regt sich wieder heftiger Widerstand in der Südtiroler Siedlung. Denn das lange Zeit brachliegende Areal zwischen den Wohnhäusern und der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Mödling wird in Kürze besiedelt, die Unternehmensgebäude stehen schon.

Reinhard Bischof, unmittelbar betroffener Anrainer, und seine Familie sind verzweifelt und verwundert zugleich. Unter anderem ist die Einfahrt in einen Betrieb so situiert, dass man etwa zehn Meter gegen die Einbahn fahren muss, um ins Areal zu gelangen. Zudem liegt die Befürchtung nahe, dass beim Ausfahren gleich Richtung Südtiroler Siedlung abgebogen werden wird.

„Offensichtlich will man die Einfahrt schon in Kürze legalisieren“, fürchtet Bischof und zeigt beim NÖN-Lokalaugenschein auf blau aufgesprayte Markierungen, wonach ein Baum fallen könnte, damit auch Lkw die Schleppkurve in die Einfahrt schaffen.

„Wir sind uns schon bewusst, dass wir an der Grenze zum Industriegebiet wohnen, hätten uns aber schon erhofft, dass auf uns Rücksicht genommen wird“, sagt Bischof und deutet auf das Areal entlang der Grundstücksgrenze, das ebenfalls der Verwertung harrt.

Bisher 70 Unterschriften gesammelt

70 Unterschriften liegen bereits vor, um der Forderung nach der gänzlichen Sperre der Durchfahrt Nachdruck zu verleihen.

Vizebürgermeister Rainer Praschak, Grüne, will als politisch zuständiger Verkehrsreferent „ernsthaft darüber nachdenken, ob man die Durchfahrt unterbinden kann“. Wohlwissend, dass die Frage „eine sehr heikle ist. Als Stadt sind wir sehr froh, dass sich Betriebe bei uns ansiedeln, allerdings dürfen wir nicht auf die Anrainer vergessen“. Auch nicht dann, wenn es um eine entsprechende Trennung zum Industriegebiet hin geht. Gespräche mit Vertretern der Bezirkshauptmannschaft Mödling werden geführt.

Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, nimmt das Anliegen zwar ernst, lässt aber eines nicht unerwähnt. „Es kann nicht sein, dass die Gemeinde immer sofort etwas sperren oder umbauen muss, wenn sich andere nicht an Regeln halten. Für diese Art der Verfehlungen ist die Polizei zuständig. Wenn jemand gegen die Einbahn fährt, muss er angezeigt werden.“ Geht es nach dem Stadtchef, ist an eine Sperre nicht zu denken.

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