Gesucht: Geld für Aussichtsturm. Die ‚Naturfreunde in Mödling 1877‘ haben Linde neu gepflanzt. Jetzt soll neue Jubiläumswarte folgen.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 12. Oktober 2020 (03:22)
Stadtrat Leo Lindebner pflanzte eine neue Linde vor der Waldrast. Als Vertreter der Stadt Mödling war unter anderem Vizebürgermeister Ferdinand Rubel (2.v.l.) mit dabei.
A. Peischl

Seit dem Mödlings Forststadtrat Leo Lindebner, ÖVP, im Vorjahr die Obmannschaft des „Vereins der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877“ übernommen hat, kommt Bewegung in Projekte, die nicht nur aufgrund der Corona-Wirren auf die lange Bank geschoben werden mussten.

Der Verein mit Sitz in Mödling ist unter anderem für die „Krauste Linde“, das Anninger Schutzhaus, Wanderwege und die „Jubiläumswarte“ zuständig.

in erster Erfolg: Beim Rasthaus wurde die WC-Anlage wurde barrierefrei gestaltet, das gesamte Außenareal der „Krausten Linde“ wurde nicht nur optisch verschönert: So ist etwa der Kleintierzoo in modernen, mit Holzschwartlingen ummantelten Containern untergebracht.

Lindebner betont: „Das alles war nur mit der großzügigen finanziellen Unterstützung der sechs Anningergemeinden möglich.“ Die Bürgermeister von Gaaden, Gumpoldskirchen, Guntramsdorf, Hinterbrühl, Mödling und Wiener Neudorf haben sich verpflichtet, fünf Jahre lang jedes Jahr einen Investitionskostenbeitrag in der Höhe von einem Euro pro Bewohner und Bewohnerin zu leisten. Die Stadtgemeinde Mödling trägt mit über 20.000 Euro die Hauptlast und hat zudem die Haftung für einen Kreditrahmen übernommen.

Neue Linde soll zum Wahrzeichen werden

Der Obmann nutzte den Lokalaugenschein vor dem sanierten Schutzhaus für einen besonderen Spatenstich. Eine Linde wurde gepflanzt, sie soll heranwachsen und so mächtig werden, wie das einstige Naturdenkmal „Krauste Linde“, an die heute nur mehr der Name der Rast erinnert.

Doch jetzt geht es für den Verein ans Eingemachte: den Neubau der Kaiser Franz Joseph-Jubiläumswarte. Lindebner erläutert: „Das Gusseisentragwerk ist derart angegriffen, dass eine Sanierung nicht mehr in Frage kommt. Wir wollen wieder eine schlanke Stahlkonstruktion an dieser Stelle errichten, als Erinnerung an die jetzige Warte, die bautechnisch auch Maßstäbe gesetzt hat.“ Gaadens Bürgermeister Rainer Schramm, Wir Gaadener, auf dessen Gemeindegrund die Aussichtswarte steht, weiß auch wenig erfreuliches zu berichten: „Nachdem immer wieder Leute trotz Absperrung auf die Warte hinaufklettern, hat jetzt unser Vizebürgermeister Christian Brenn die Leiter unten abgeschnitten.“

ecoplus soll mit ins „Warte-Boot“

Schramm weiß auch, dass Sponsoren für die Warte gesucht werden: „Hinsichtlich der Sponsorensuche bin ich vorsichtig optimistisch, wir verhandeln mit der NÖ Wirtschaftsagentur eco plus, die vielleicht 50 Prozent der Kosten übernehmen.“ Lindebner ist überzeugt: „Wir können die Errichtung der Warte nicht allein den Bürgermeistern umhängen. Immerhin sprechen wir von geschätzten Neubaukosten in Höhe eines hohen sechsstelligen Eurobetrages.“

Vizebürgermeister Ferdinand Rubel (Mödling), Ferdinand Köck (Gumpoldskirchen), Niki Brenner und Robert Weber (Guntramsdorf), davor Vereinsobmann-Stellvertreter Otto Pferschy, Rainer Schramm (Gaaden), Erich Moser (Hinterbrühl), dahinter 1877-Vereinsobmann Leo Lindebner.
A. Peischl

ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki bestätigt: „Es wird im Moment erörtert, ob der Neubau der Warte nicht in ein größeres touristisches Konzept rund um die Wander- und Mountainbikestrecken am Anninger eingebunden werden soll.“ Freuen würde sich der Verein auch über neue Mitglieder. „Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 10 Euro, Mitarbeit und Unterstützung etwa bei der Wegebetreuung sind immer gefragt“, betont Lindebner.

www.verein1877.at