"Große Stücke und großes Theater" im Stadttheater. Intendant Bruno Max: Theater ist "Ladestation der Menschlichkeit" - 21. Saison startet am 10. Oktober - U.a. Werke von Brecht, Horvath, Hochwälder und Molière

Von Redaktion, APA. Erstellt am 11. September 2017 (12:16)
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Symbolbild

"Man kann am Theater nicht auf Sparflamme leben, man muss brennen!" Mit diesem Credo geht Bruno Max, künstlerischer Leiter des Theaters zum Fürchten, in seine 21. Saison am Stadttheater Mödling. "Große Stücke und großes Theater" hat Max bei der Spielplanpräsentation heute, Montag, angekündigt.

Als erste Produktion hat Lutz Hübners Komödie "Frau Müller muss weg" am 10. Oktober Premiere (Regie: Rüdiger Hentzschel). Es geht darin um Turboeltern, Versagensängste und Lehrermobbing. Bruno Max selbst inszeniert Bert Brecht ("Der gute Mensch von Sezuan", Premiere: 4. November). Ab 2. Dezember folgt Boris Vians "Die Reichsgründer oder Das Schmürz" (Regie: Babett Arens).

2018 inszeniert Peter M. Preissler "Der jüngste Tag" von Ödön von Horvath (ab 13. Jänner), Bruno Max "Donadieu" von Fritz Hochwälder (ab 13. Februar), "Der Preispokal" von Sean O'Casey (ab 7. April) sowie die Dinner-Produktion "Tea & Sympathy", Marcus Ganser "Tartuffe" von Molière (ab 13. März) und "Fettes Schwein" von Neil LaBute (ab 28. April). Eine "Nacht der Spezialisten" wird als Experiment von 27. Februar bis 1. März angeboten. Hier soll Wissensvermittlung in ungewöhnlicher Form den Kern des Abends bilden.

Seitens der Stadt Mödling ist die weitere Existenz des Betriebs bis 2020 gesichert. Bürgermeister Hans Stefan Hintner (ÖVP): "Wir fahren hier einen sehr erfolgreichen Kurs." Die Auslastung im Stadttheater ist in der Saison 2016/17 auf 72,55 Prozent angestiegen, die Abonnentenzahl hat 1.078 erreicht. Es stehen auch weiterhin zahlreiche Abo-Varianten zur Wahl. Die Sommerproduktion im Bunker ("Nacht.Stücke") hatte - wiewohl Wiederaufnahme - eine Auslastung von 95 Prozent erreicht.

Für Bruno Max stellt Theater "eine Ladestation für unsere Menschlichkeit" und eine "Raststätte für die Seele" dar, wo "humanistische Werte abseits des Hamsterrades der Kosten-Nutzen-Rechnung zählen und Empathie statt Ellenbogen erlebt werden kann". Das bedeute, so Max, "ein Stück Heimat im besten Sinn".