Gymnasium Keimgasse feiert 10 Jahre Begabtenförderung. Die Modell-Klassen im Gymnasium Keimgasse feiern Jubiläum. Vor zehn Jahren startete die erste Klasse.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 21. Juni 2019 (12:34)
Jandrinitsch
Rainer Ristl, ehemaliger Landesschulinspektor, Friedrich Oswald, Bundesrätin Marlene Zeidler-Beck, Direktor Michael Päuerl, Hofrätin Doris Wagner, Bürgermeister Hans Stefan Hintner, Sabine Karl-Moldan, durch das Programm führten die beiden Absolventen der M-Klassen Thomas Frenkenberger und Susanne Schmalwieser, Elternvereinsobmann Franz Renkin.

Zehn Jahre ist es her, dass die erste Begabten-Klasse in Mödling mit Markus Tobischek als betreuendem Pädagogen in das Abenteuer Begabtenförderung gestartet ist.

Möglich gemacht hat das der Einsatz der damaligen Direktorin Margarete Zelfel, die alle Barrieren und Hürden überwunden hat, auch die scheinbar schulorganisatorisch unüberwindbare Hürde, die Unterstufe statt in vier in nur drei Jahre zu absolvieren. Der ehemalige Landesschulinspektor Rainer Ristl erinnert sich: „Die Oberstufe von vier auf fünf Jahre zu verlängern war kein Problem, eine Verkürzung der Unterstufe von vier auf drei Jahre schon.“

Ein besonderes Modell der Förderung von begabten Schülern war bei vielen immer mit gemischten Gefühlen behaftet. Seit zehn Jahren werden die Modellklassen als Schulversuch geführt. Direktor Michael Päuerl betonte, dass er hofft, dass dieser Schulversuch nicht eingestellt wird. In die selbe Kerbe schlug auch Doris Wagner von der Bildungsdirektion. „Wir haben viele Möglichkeiten, schwächere Schüler zu fördern und zu unterstützen. Es ist gut, dass diese Chance auch für Schüler gibt, die leicht und schnell lernen und dieses Potenzial auch voll ausschöpfen wollen.“

"Kinder müssen es selbst wollen"

Elternvereins-Obmann Franz Renkin hält fest: „Die Kinder müssen es selbst wollen, in eine M-Klasse zu gehen. Der Ehrgeiz der Eltern ist hier fehl am Platz. Das kann ich als Vater zweier Söhne, die in die Modellklassen gegangen sind, sagen.“

Doch nicht nur der Wille der Schüler zählt: Mittels eines Intelligenztests streng nach wissenschaftlichen Kriterien wird versucht herauszufiltern, welch Schüler das Potenzial für die M-Klassen haben.

Markus Tobischek, der nach zehn Jahren auch heuer wieder eine M-Klasse zur Matura führt, betonte: „Man muss sich bezüglich der Modell-Klassen von einigen Mythen verabschieden. Nur weil die Kinder sehr begabt sind, heißt das nicht, dass es sich um eine homogene Klasse handelt. Und es ist nicht gesagt, dass man auch alle Schüler so anspornen kann, dass sie ihr gesamtes Potenzial ausschöpfen wollen. Das muss man auch akzeptieren.“