Klinger: Von Ruhestand kann jetzt keine Spur sein. Internist Dieter Klinger hat zum Abschied Bücher verschenkt; die Resonanz der Leser war gewaltig und unerwartet.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 31. August 2017 (04:44)
Dworak
Der Internist Dieter Klinger beginnt nun die Karriere als Autor.

Dieter Klinger hat in seiner Medizinstudienzeit gerne zur Feder gegriffen. Mehreren Kurzgeschichten folgte der erste Roman: „... und dennoch lachen sie wieder“, ein Werk über „pure Faszination, tiefe Freundschaft und die große Liebe eines Philosophiestudenten“. Das ist einige Zeit her, zumal Klinger „vor 50 Jahren zum ersten Mal den weißen Kittel angezogen hat“. Im Zuge der Ausbildung im Mödlinger Spital.

Zehn Jahre später wechselte der Internist vom Krankenhaus in der Ordination. Mit tragischem Hintergrund. Kollegin Dr. Hof, für die er eigentlich nur Urlaubsvertretung machen sollte, verunglückte 1977 bei einem Flugzeugabsturz in Madeira tödlich. 40 Jahre lang lernte er an die 40.000 Patienten kennen, zu Jahresbeginn verabschiedete sich der 1944 in Znaim Geborene in den Ruhestand.

"Das Echo war gewaltig"

Für seine „intimsten Freunde und das Team“ hat er sich ein besonderes Geschenk einfallen lassen. Eine Handvoll Bücher von „... und dennoch lachen sie wieder“ sowie dem Nachfolgewerk „Das vierte Leben“ (beleuchtet zufällige Begegnungen und hinterfragt bewährte Wege und Werte) wurden in der Buchbinderei St. Gabriel gebunden und verschenkt.

„Das Echo war gewaltig, damit hab ich nicht gerechnet“, betonte Klinger im NÖN-Gespräch. So gewaltig, dass die beiden Bücher mittlerweile beim Morawa-Verlag aufgelegt und verkauft werden. Natürlich habe er sein Erstlingswerk „stilistisch verfeinert“, merkte der Mediziner und Autor, der zehn Jahre auch das „Restaurant Tulpe“ geführt hatte, an. „Das vierte Leben“ sei kein Folge-Roman und habe mit dem ersten nichts zu tun.

Jetzt habe er es als Schriftsteller „mit einer völlig neuen interessanten Materie zu tun“, an Terminen für Lesungen werden gefeilt. Und an einem dritten Roman arbeit Klinger schon geistig. „Ideen dafür habe ich schon genug“.

Die Ordination in der Kielmannseggasse ist mittlerweile geschlossen, Nachfolgerin Gertrud Zuchi ist in die Friedrich Schiller-Straße 69 übersiedelt.