Mödling

Erstellt am 30. November 2016, 05:30

von Karl Stiefel

Köstlicher Erfolg: Gurkerl gegen Armut. Mit über 15.000 Gläsern pro Jahr sorgt eingelegtes Gemüse für starken Aufschwung in drei slowakischen Dörfern.

Hannes Giebl mit den beliebtenGurkerln.  |  Stiefel

Unter dem Motto „Gib Armut das Gurkerl“ unterstützt der Verein „Direkthilfe:Roma“ eine der ärmsten Regionen der Slowakei. Dafür werden dort lokal angebaute und eingelegte Gurken vertrieben – ein Erfolgsrezept, wie sich herausgestellt hat.

Hannes Giebl, Obmann des Vereins, erzählt über das Projekt: „Angefangen haben wir 2008 mit ein paar hundert Gläsern, die in Hausfrauenarbeit hergestellt wurden. Mittlerweile sind fünf Familien mit dem Anbau beschäftigt und die Gurken werden professionell in einem zertifizierten Betrieb nahe dem Anbaugebiet eingelegt.“

Giebl freut sich über die positiven Auswirkungen

Ein notwendiger Schritt, zumal die Nachfrage stets steigt: „Alleine dieses Jahr werden 15.000 Gläser produziert. Die süßsaure Mischung, der wir Piment als Gewürz hinzufügen, findet in ganz Österreich sowie in Deutschland Abnehmer. Erhältlich sind unsere Gurkerl oft bei Veranstaltungen von Pfarren ,in ausgewählten Bio-Märkten sowie auf unserer Homepage zur direkten Bestellung.“

Giebl freut sich über die positiven Auswirkungen, die mit dem Gurkerl-Verkauf Einzug gehalten haben: „Früher haben wir Sachspenden geschickt, heute können wir viel mehr bewirken. Dazu zählt das Ausstatten von Sozialbauten, die Renovierung bestehender Häuser, das Fördern von Schulen und Kindergärten und die Unterstützung von einem Mädchen mit einer Behinderung. Insgesamt erreichen wir rund 1.000 Leute mit dem Projekt.“

Damit das so bleibt, werden immer ehrenamtliche Helfer für das aktuell 15-köpfige Team gesucht. „Besonders beim Telefondienst suchen wir Unterstützung. Wer bei uns Gurkerl bestellt erhält nämlich nicht nur die Gläser, sondern auch ein telefonisches ‚Dankeschön’ zusammen mit Informationen darüber, wie das Geld verwendet wird und wie sich die geförderten Orte entwickeln. Genau dafür brauchen wir Freiwillige, wir selbst kommen damit nämlich nicht mehr nach.“