Kritik an Online-Plattform: Tickets um 81 statt 33 Euro. Bei „Alice im Wunderland“ sind geschmalzene Preise via „viagogo“ publik geworden. Arger ist groß.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 08. August 2018 (05:29)
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Tickets für „Jedermann“ vor St. Othmar werden auf viagogo für 79 Euro angeboten. Regulär kosten die besten Karten 45 Euro.

Vor einigen teatro-Vorstellungen im Stadttheater ist es für einige Besucher zu unliebsamen Überraschungen gekommen. Doris Pikisch, Betreiberin der Stadtgalerie Mödling und zugleich für den teatro-Ticketverkauf verantwortlich, berichtet: „Bei uns sind einige Leute aufgetaucht, die über ,viagogo’ Karten für ,Alice’ zu weit überhöhten Preisen gekauft haben. Für Plätze am Balkon haben sie 81 statt 33 Euro bezahlt. Aber nicht nur das, auch noch zu Terminen, die es gar nicht gibt.“

Selbiges sei auch bei „Jedermann“ vor St. Othmar oder „Karl May Be“ im Bunker zu merken. „Auch Veranstaltungen in der Stadtgalerie sind im viagogo-Angebot, was genauso wenig mit uns akkordiert ist, wie die Angebote mit den anderen Mödlinger Bühnen“, ärgert sich Pikisch.

Sie warnt mittlerweile „Kunden via Homepage, Facebook und Newsletter vor diesen kostspieligen Ticketkäufen“.

"Via Hotline sei man oft in der Lage, sofort Ersatztickets zu finden"

Seitens der Pressestelle der in der Schweiz etablierten Online-Plattform verweist man auf einen Link, in dem eine Auflistung von Statements zu den Vorwürfen zu finden ist.

viagogo sei lediglich ein Marktplatz und kauft oder verkauft keine Tickets. Man biete Drittanbietern eine Plattform, um Tickets an Veranstaltungs-Besucher zu veräußern und lege auch keine Ticketpreise fest, die Verkäufer legen ihre eigenen Preise fest, die über oder unter dem ursprünglichen Nennwert liegen können.

Deshalb komme es zu unterschiedlichen Preisen in selben Sektoren. Sollte ein Kunde keinen Eintritt zur Veranstaltung erhalten, sei man via Hotline „oft in der Lage, sofort Ersatztickets zu finden; in den seltenen Fällen, in denen dies nicht möglich ist, erhalten unsere Kunden eine volle Rückerstattung“.

Und man versichert, dass via viagogo-Plattform verkaufte Tickets echte seien, die „vom ursprünglichen Ticketkäufer in gutem Glauben weiterverkauft wurden“.