Picknick-Protest auf B17. Autofrei | Die Wiener Neudorfer ÖVP setzt sich für die Wiederauflage eines Bauprojekts auf die Triester Straße.

Von Karl Stiefel. Erstellt am 20. August 2014 (09:05)
Herbert Janschka
ÖVP
Am Sonntag, dem 31. August wird der Abschnitt der B17 zwischen Bahnstraße und Mühlgasse zur autofreien Zone erklärt. Das ist zumindest die Absicht der ÖVP Wiener Neudorf, die mit einem „Tunnelfest“ auf ein Projekt hinweisen will, das schon vor 12 Jahren Thema war. Damals war Herbert Janschka, ÖVP, Bürgermeister.

Die zweistündige Straßensperre im Bereich der Kirche war 2002 der Startschuss für ein Masterplanverfahren mit dem Land NÖ, bei dem eine Untertunnelung der B17 im Ortszentrum diskutiert worden war. „Um den Durchzugsverkehr von der Oberfläche zu verbannen und die Ortsteile westlich und östlich der B17 zusammenwachsen zu lassen“, macht Janschka, nach wie vor als Gemeinderat aktiv, deutlich. Zu seinem Bedauern habe sein Nachfolger, der nunmehr amtierende Bürgermeister Christian Wöhrleitner, SPÖ, „das Projekt sofort schubladisiert”.

Mit der neuerlichen Demo will Janschka „versuchen, das Projekt wieder zum Leben zu erwecken“. Realistisch sei eine Umsetzung bis 2020, „wir müssen schließlich das damalige Konzept mit den aktuellen Entwicklungen wie etwa dem Bau des Wohngebiets Anningerpark abgleichen“.

Pförtneranlagen soll Verkehr reduzieren

Wöhrleitner hinterfragt die Idee eines solchen Projektes: „Bei einer Untertunnelung stellt sich die Frage, ob Nord-Süd oder Ost-West.“ Er setzt eher auf „die Pförtneranlagen, die in unserem Ortsentwicklungskonzept dazu dienen sollen, den Verkehr rechtzeitig auf die A2 zu bringen. Dies macht Sinn, wenn wir die B17 zweispurig durch den gesamten Ort führen“.

Das Ortskonzept, welches mit dem Planungsbüro „Hadler bis Hausdorf“ entwickelt wird, sieht langfristig einen Rückbau der B17 vor. Der soll jedoch erst dann geschehen, wenn alternative Verkehrswege etabliert wurden. Mit dem gewonnenen Raum sollen nicht nur Fußgänger- und Fahrrad-Wege geschaffen werden, auch die Teilung von Wiener Neudorf durch die B17 soll vermindert werden.

Mödlings Verkehrsstadtrat und Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher, Grüne, verfolgt „die Entwicklungen mit Interesse. Uns ist jede verkehrsberuhigende Maßnahme willkommen, besonders wenn sie gemeindeübergreifend ist. Eine Entlastung auf Kosten Mödlings wollen wir aber vermeiden“.

Bundesstraße als Platz der Begegnung

Bezirkshauptmannstellvertreterin Verena Sonnleitner erklärt: „Die Demonstration ist von unserer Seite noch nicht genehmigt, es handelt sich noch um eine angemeldete Versammlung.“ Am Mittwoch wird eine Verkehrsverhandlung stattfinden, bei der geklärt wird, ob die Demo so stattfinden darf. „Es handelt es sich jedoch keineswegs nur um eine Formalität“, wie Sonnleitner anmerkt. Bei der Verhandlung wird auch beschlossen, wie Ausweichrouten verlaufen werden. Aufgrund der kurzen Dauer dürfte jedoch eine lokale Ausweichroute genügen. „Wichtig ist, dass die Befahrbarkeit für Einsatzfahrzeuge gegeben sein muss“.

Das Fest selbst soll laut den Veranstaltern so ablaufen: „Es wird ein Picknick geben, Kinder werden dort mit Kreide malen können, wo normalerweise die Autos fahren. Wir wollen zeigen, dass die B17 nicht nur den motorisierten Fahrzeugen gehört.“

Laut Nachfrage bei Herbert Janschka, ÖVP Unabhängige, wurde die Demonstration seitens der Bezirkshauptmannschaft Mödling genehmigt. "Resultat der Verkehrsverhandlung war, dass der für das Picknick vorgesehene Abschnitt der B17 Ort der Veranstaltung werden darf", so der Veranstalter. Betroffen ist der Bereich zwischen der Kreuzung Hauptstraße und dem Bahnübergang.
Als lokale Ausweichrouten werden die Linkegasse oder der Schulweg für die Dauer der Kundgebung vorgesehen sein.
Am Freitag, 22. August, wird die Wiener Neudorfer ÖVP bei einer Pressekonferenz genauere Details zu dem nun behördlich genehmigten Tunnelfest bekannt geben.


Zum Thema

• Das Tunnelfest findet am 31. August von 11.30 bis 13.30 Uhr auf der B17 zwischen der Bahnstraße und dem Bahnübergang (Mühlstraße) statt.

• Eine mögliche Untertunnelung würde im Bereich des Ortskerns auf einer Nord-Süd-Achse parallel zur B17 verlaufen.

• Eine Pförtneranlage soll durch speziell geschaltete Ampeln an den B17-Kreuzungen mit der B11 und der Steinfeldstraße Engpässe hintanhalten.

• Langfristig soll so ein Rückbau der B17, also eine Verringerung der Spuren, möglich werden.
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