Premiere vor St. Othmar: Gelungener Volpone. Andreas Berger und sein Ensemble zeigen eine witzige und kurzweilige Interpretation des Zweig-Stückes.

Von Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 12. Juli 2017 (03:23)

Mit einer sehr stimmigen und unterhaltsamen Produktion wartet Andreas Berger, Intendant des Sommer-Theaters-Mödling, in seiner Inszenierung auf.

In einem kompakten und gut konzipierten Bühnenbild, das sich vor der illustren Kulisse von St. Othmar sehr attraktiv ausnimmt, präsentiert Berger eine effektvolle Interpretation des Stückes, das Stefan Zweig einer Vorlage von Ben Jonson aus dem Jahre 1605 nachempfindet. Profiliert ausgearbeitete Charaktere, eine gute Rollenbesetzung und ein professionell agierendes Ensemble kennzeichnen die kurzweilig inszenierte Geschichte um den vermeintlich sterbenden Kaufmann Volpone und die sich um ihn scharenden Erbschleicher.
Kurt Wittmann gibt überzeugend einen listenreichen Volpone, Rafael Witak seinen schlauen Diener und Viktor Kautsch den eifersüchtigen Corvino.

Für besondere musikalische Highlights sorgen die „Wandervögel“. Das eigens eingefügte Happy End entlässt die Sommertheaterbesucher entspannt in eine laue Mödlinger Nacht.
Vor der Aufführung sprachen Kulturstadträtin Karin Wessely, SPÖ, und Vizebürgermeister Ferdinand Rubel, ÖVP, einleitende Worte. Andi Berger wird nächstes Jahr das 10-Jahre-Jubiläum mit einer Wiederaufnahme des ersten Stückes, des „Jedermann“, in prominenter Besetzung begehen.
Aufgrund der Nachfrage gibt es von „Volpone“ am Montag, 31. Juli, 19.30 Uhr, eine Zusatzvorstellung.