Rotlicht, nicht der Schranken zählt. ÖBB-Appell, bei Eisenbahn-Kreuzungen besondere Vorsicht walten zu lassen.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 21. September 2016 (05:18)
NOEN, Christoph Dworak
Eindeutig im §19 der Straßenverkehrsordnung geregelt: das Rotlicht „sticht“ die Schrankenanlage aus.

Elisabeth van Linthoudt steht der Schock noch ins Gesicht geschrieben. „Meine Schwester und ich warten als erstes Auto vor dem geschlossenen Bahnübergang in der Friedrich Schiller-Straße. Ein Zug fährt durch, der Schranken geht auf. Ich fahre an, sehe aber nach etwa zwei Metern, dass die Ampel vis a vis noch rot ist, und bleibe stehen – da kommt auch schon der Schranken runtergesaust. Gott sei Dank hab ich den Retourgang gleich reinbekommen und somit ist der Schranken nicht auf uns, sondern nur auf die Kühlerhaube gefallen.“

Gefährliche Situation kommt oft vor

Kaum war der Bahnübergang gesperrt, ist auch schon der nächste Zug durchgerast: „Hätte ich mich durch den offenen Schranken verleiten lassen, wären wir jetzt tot“ Linthoudt appelliert: dieser signaltechnische Missstand gehört behoben.

Anderer Meinung ist ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif: Bei mehrgleisigen gesicherten Übergängen kämen derartige Situationen oft vor: „Ein Zug verlässt die Kreuzung, löst das Signal zum Öffnen der Schranken aus, ein Zug aus der Gegenrichtung wiederum gibt Sekunden später das Signal zum Schließen.“

Deshalb gelte das, was auch bei normalen Verkehrslichtsignalanlagen gelte: „Man darf Eisenbahnkreuzungen erst dann queren, wenn das Rotlicht erloschen ist.“ Das steche quasi die zusätzliche Sicherung durch den Schranken aus. Von einer „Fehlkoordination der ÖBB“ könne daher keine Rede sein, betonte Seif.