Sanierung Wasserbehälter: Rohre hielten 115 Jahre . Gussrohre aus dem Jahr 1904 werden im Reservoir in der Prießnitzgasse gegen Edelstahlrohre getauscht.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 20. Juli 2019 (04:19)
Bernhard Garaus
Wasserwerk-Dienststellenleiter Friedrich Panny (l.) und VP-Gemeinderat Martin Czeiner vor den alten Gussrohren sowie den neuen Edelstahlrohren.

Der „Wasserhochbehälter 2“ im Prießnitztal wurde 1904 mit einem Fassungsvermögen von 1.000 Kubikmetern gebaut. Die Bevölkerungszahl legte zu – und damit auch der Wasserverbrauch pro Kopf. Um die Versorgungssicherheit der Mödlinger Bevölkerung zu gewährleisten, wurde dieser Behälter in den Jahren 1970 und 1971 auf 1.700 Kubikmeter aufgestockt und ein zusätzlicher Behälter mit 5.000 Kubikmeter errichtet.

Jetzt wird erneut an der Infrastruktur gefeilt: nach 115 Jahren mussten die alten Gussrohre der Schieberkammer getauscht und durch Edelstahlrohre ersetzt werden. „Eigentlich haben sie viel länger als erwartet gehalten“, erklärt Wasserwerksleiter Fritz Panny im NÖN-Gespräch. Die durchschnittliche Lebensdauer wird mit 60 Jahren angenommen.

Schwund liegt dank Wartungen unter 9%

Schon die Hälfte der 82 Kilometer langen Versorgungsleitungen ist rohrtechnisch am neuesten Stand, der gänzliche Austausch erfolge je nach Dringlichkeit sukzessive, betonte Panny. Immerhin sorgen intakte Leitungen auch dafür, die Wasserverluste in Grenzen zu halten: „Aufgrund der umfassenden Leitungssanierungen in den letzten Jahren liegen wir da bei unter 9 Prozent“, weiß Panny.

Eine Herausforderung wird der anstehende Tausch der Rohrleitungen in der Prießnitzgasse, blickt Panny in die Zukunft. „Die Straße ist sehr eng und voll mit Einbauten.“

Aktuell ist – trotz des tropischen Juni – von Wassermangel keine Spur. Dennoch legt der Wasserwerksleiter jedem einzelnen ans Herz, sparsam mit dem kühlen und lebensnotwendigen Nass umgehen.

38 Prozent gehen für die Körperpflege drauf, nur zwei Prozent fürs Trinken und Kochen. Dafür werden unfassbare 33 Prozent einfach runtergespült. Hier empfehlen sich Toiletten mit geringerem Spülwasserdurchfluss – bis zu acht Liter Wasser können pro Spülgang eingespart werden. Übrigens: der durchschnittliche Wasserverbrauch liegt bei 5.900 m pro Tag, am 26. Juni flossen 9.190 m durch die Rohre, dem absoluten Spitzenwert des Jahres.