SPÖ deponiert „Nein“ zum „Leiner“-Projekt. Nach ihrer „Zuhörtour“ haben die Mödlinger Sozialdemokraten ihre Meinung zur Zukunft des Areals kundgetan.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 05. August 2019 (04:14)
SPÖ Mödling
SPÖ-Stadtparteiobfrau Silvia Drechsler hat sich nach der Zuhörtour festgelegt: Nein zu den aktuellen Plänen rund ums Leiner-Areal.

Das Areal rund um das denkmalgeschützte Leiner-Gebäude zwischen Südbahn und Gabrielerstraße soll einer Nachnutzung zugeführt werden. Das deshalb, weil die Landesklinikenholding die genutzten (Lager-)Flächen nicht mehr benötigt und auch der Kindergarten sowie das „Paradieschen“ bereits in den Neubau übersiedelt sind.

Die Besitzverhältnisse sind etwas kompliziert: Eigentümerin des Areals ist die VALET Grundstücksverwaltungs GmbH (eine HYPO NOE-Tochter), Widmungsbehörde ist die Stadtgemeinde Mödling, die NOE Immobilien Development GmbH (NID) beabsichtigt, in Kooperation mit der CityLoftArt GmbH, das Leiner Areal zu entwickeln. CityLoftArt hat unter anderem die Ankerbrotfabrik in Wien-Favoriten zum Leben erweckt.

Vor wenigen Wochen wurden erste Visionen präsentiert, Grund genug für die SPÖ Mödling, im Rahmen ihrer „Zuhörtour“ einen Stopp am Areal einzulegen und Meinungen der Bevölkerung einzuholen.

"SPÖ wird keine Zustimmung geben"

„Die Ablehnung des Projekts durch die Anrainer war deutlich zu hören“, fasste Stadtparteiobfrau Silvia Drechsler zusammen. „Seit Jahren sind die Menschen im Grätzel mit Baustellenlärm konfrontiert. Dazu kommt die Sorge, dass die Wohnumgebung durch das neue Projekt endgültig zubetoniert und der zusätzliche Anrainerverkehr zu einem Verkehrskollaps in der Gabrielerstraße führen wird.“

Wie überhaupt derzeit der Eindruck entstehe, dass „jede freie Fläche in der Schöffelstadt dem Wohnbau geopfert wird, während über der Bahn der Gartenstadtcharakter erhalten bleiben soll“, kritisiert Drechsler. Fazit: „Die SPÖ wird dem vorliegenden Projekt keine Zustimmung geben.“ Der Gegenvorschlag: eine Park- oder Grünanlage statt der geplanten vier Wohnblöcke und der Umbau der Lagerhalle zu einem Zentrum für Kunst und Kultur, Startups und Gastronomie.

„Bemüht, Qualität zu definieren“

Planungs-Stadtrat Rainer Praschak von den Grünen macht deutlich, dass es sich „um erste Visionen handelt, nichts ist fix“. Die Grundstückseigentümer stünden in „sehr gutem Dialog mit der Stadtgemeinde, wir sind bemüht, Qualität zu definieren.“ Was die Wohnprojekte betrifft, hätte man die Dimension und Anzahl bereits deutlich reduzieren können. Praschak merkt an: „Wo soll man Wohnprojekte umsetzen, wenn nicht in Bahnhofsnähe?“

Im Herbst sollen jedenfalls konkretere Pläne auf dem Tisch liegen, in die die Anliegen der Anrainer, die sie bei der öffentlichen Infoveranstaltung deponiert haben, eingeflossen sind.