SPÖ übt Kritik: Hotspot in der Stadt. SP-Vorsitzende Silvia Drechsler kritisiert Grün-Planung am „Fliagnspitz“ als unzureichend und als zu wenig vorausschauend.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 08. August 2019 (04:29)
SPÖ
Die SPÖ sieht ganz im Gegensatz zu den Gemeinderatskollegen der Grünen den „Fliagnspitz“ als Hitzeinsel statt als Grünoase.

SP-Vorsitzende Silvia Drechsler ist überzeugt: „Das Phänomen der urbanen Hitzeinseln wird durch den globalen Klimawandel noch weiter zunehmen, sofern nicht städtebauliche Maßnahmen gesetzt werden, um diese Entwicklung zumindest abzumildern.“

Die neue Parkanlage am sogenannten „Fliagnspitz“ sei ein Beispiel für eine nicht nachhaltige Städteplanung.

"Niemand will sich in dem Gebiet aufhalten"

Marlon Thaller und andere Jugendliche, die der sozialistischen Jugend angehören, haben sich am betreffenden Gebiet umgeschaut und festgestellt: „Nach 18 Uhr hat es dort noch immer 43 Grad. Niemand will sich da aufhalten.“ Es helfe nicht, dass es irgendwann einmal eine Beschattung von 75 Prozent gegeben werde, sagen sie, denn viele der neu gepflanzten Bäume „werden den Sommer gar nicht überleben“.

„Klimaschutz muss heißen, bestehenden Grünraum und Bäume in Planungsprozessen mitzudenken und zu integrieren. Hier agieren die Verantwortlichen zu wenig nachhaltig und gar nicht vorausschauend“, meint SPÖ Vorsitzende Silvia Drechsler abschließend. Die Kritik können Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher und Planungsstadtrat Rainer Praschak, beide von den Grünen, absolut nicht nachvollziehen.

Praschak erläutert: „Urbane Hitzeinseln entstehen durch hohe sommerliche Temperaturen im Zuge von wochenlangen Hitzewellen und der damit verbundenen, besonders starken Aufheizung bestimmter Stadtgebiete. Ursachen sind zum Beispiel ein hoher Grad an Bodenversiegelung und das Fehlen von Vegetation und offenem Boden.“

„Fliagnspitz“ ist keine urbane Hitzeinsel

Am „Fliagnspitz“ sei die Situation aber anders, betont Praschak: „Es ist ein unterirdisches Bewässerungssystem verbaut. Die Sorge der SPÖ, dass die Pflanzen zu wenig Wasser bekommen ist unbegründet. Es gibt keinen Grund, warum die Pflanzen nicht gut anwachsen werden.“

Das Projekt sei auch im Gemeinderat mehrmals besprochen worden, betont Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher, Grüne. Er meint: „Ich finde die Vorgehensweise der SPÖ sehr merkwürdig. Sie hat allen jetzt umgesetzten Details zugestimmt. Die Pläne lagen auf dem Tisch, man hätte sie vielleicht einmal anschauen müssen. Jetzt herzugehen und zu sagen, wir haben das alles nicht gewusst und das ist alles so schrecklich, halte ich für schrecklich populistisch.“

Dworak
Das Grün am Fliagnspitz braucht noch, bis es sprießt.

Bürgermeister Hans Sefan Hintner, VP, zeigt sich hingegen optimistisch: „Der Fliegenspitz ist das Ergebnis einer Bürgerbeteiligung und des anschließenden verpflichtenden Ausschreibungsverfahrens und zeigt, wie vielschichtig Geschmack und Zweck sein kann. Jetzt muss man abwarten, wie sich die Flora entwickelt, ich bin als Bürgermeister aber überzeugt, dass Verbesserungen noch möglich sind.“