Wellness-Tempel statt Eislaufplatz. Geht alles glatt, fällt in der Oktober-Sitzung die Entscheidung für die Verlegung der Eisfläche.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 09. September 2014 (11:33)
NOEN, Foto: Dworak
Ein leeres Freibad und ernüchternde Zahlen: Nicht umsonst spricht Stadtbad-Leiter Robert Mayer von einer »Saison zum Vergessen«.
Eine „Saison zum Vergessen“ ist zu Ende. Stadtbad-Leiter Robert Mayer kann angesichts der traurigen Freibadbilanz schon gar nicht mehr aus dem Fenster schauen. Noch dazu sind die Beschwerden wegen des in der Ferienzeit gesperrten Hallenbades nicht abgerissen. Ebenso wenig wie die Fragen nach der Zukunft des Stadtbades. „Die Leute sind vergrämt, weil ich ihnen nicht sagen kann, wie’s mit dem Bad weitergehen wird“.

Die definitive Übernahme durch eine Betreibergesellschaft samt umfassender Adaptierung des Stadtbades steht immer noch aus. Vizebürgermeister Ferdinand Rubel, ÖVP, ist auch der fürs Stadtbad zuständige Stadtrat. Er macht auf NÖN-Anfrage Hoffnung. Die Gespräche mit der „Berndorf-Metall- und Bäderbau GmbH“ als mögliche künftige Badbetreiberin würden „sehr intensiv laufen“.


In erster Linie bedürfe es eines baldigen Grundsatzbeschlusses, wie’s mit dem Eislaufplatz weiter gehen soll. Rubel wisse vom Konsens aller Parteien und Listen, dass nichts gegen eine Verlegung sprechen würde. „Der Beschluss soll in der nächsten Gemeinderatssitzung gefasst werden“.

Eine Nulllösung wird es für uns nicht geben“, Vizebürgermeister Ferdinand Rubel, ÖVP, zur möglichen budgetären Entlastung

Dann starten umgehend die Planungsarbeiten und Finanzierungsgespräche, betonte Rubel. „Wenn alles perfekt läuft, ist im April Baubeginn für den Eislaufplatz am neuen Standort, damit zum Saisonstart 2015 alles erledigt ist.“

Noch zählt das Schulsportzentrum in der Thoma-Straße zu den Favoriten, der Eislaufplatz soll zudem ein Dach erhalten. „Eine Leichtkonstruktion, keine Halle“, erklärt Rubel. Die „Berndorfer“ planen bereits ohne Eislaufplatz, erste Ergebnisse sollen in den nächsten Tagen am Tisch liegen, hofft Rubel. Projektiert seien in jedem Fall ein Wellness-Schwerpunkt und die seit Jahren anhängige Sanierung des Garderobentrakts.

Rubel macht deutlich: „Eine Nulllösung wird’s auch durch den möglichen Betreiber für die Stadtgemeinde nicht geben. Wir werden weiterhin unsere Beiträge leisten müssen.“ Aber nicht mehr in Form eines 1,4 Millionen Euro schweren jährlichen Abganges. Seitens der „Berndorfer“ konnte am Montag niemand für ein Statement erreicht werden.

33-prozentiges Gäste-Minus im Bad

Das miese Wetter in den Ferienmonaten hat der Bilanz des Stadtbades ganz schön zugesetzt. Gerade einmal 60.000 Gäste fanden während der Freibadsaison (26. April bis 7. September) den Weg in die Badstraße – um 30.000 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Dabei hat alles super begonnen“, merkt Mayer im NÖN-Gespräch an. Im April gab’s ein 8-prozentiges Plus, im Mai gar ein 41-prozentiges. Doch dann ging’s ganz steil bergab: „Minus 51 Prozent im Juli, minus 55 Prozent im August“, hat Mayer die traurigen Zahlen parat.

Alles in allem heißt das im Klartext: Die Freibadsaison 2014 verzeichnet ein Minus von 31 Prozent. Das Regenwetter hat eine Diskussion wiederbelebt – die nach der Notwendigkeit der Sperre des Hallenbades von Juni bis Ende August. „Die Beschwerden reißen nicht ab, leider sagen mir viele Gäste ins Gesicht, dass sie nach Perchtoldsdorf abwandern. Dort haben Frei- und Hallenbad geöffnet.“
Für Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, aktuell kein Thema. Die Kosten würden in keiner Relation zu den Besuchern, die im Hochsommer ins Hallenbad wollen, stehen.