Essen lebt artgerecht. Biobauernhof Feichtinger gewährte im Rahmen der Woche der Landwirtschaft Einblicke in Fleischproduktion.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 27. Juni 2018 (04:01)
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Auch Fleisch-Kunde Fritz Drucker, hier mit Karin Feichtinger, wollte wissen, wie die Mutterkuh-Haltung funktioniert.

„Schauen, wo das Essen herkommt – das wollen wir im Rahmen der Woche der Landwirtschaft schon den Jüngsten zeigen“, erklärt Landwirtschaftskammerobmann Johann Tröber. Darum war auch der Kindergarten eingeladen, sich ein Bild von der Rinderhaltung zu machen.

Ausgewählt dafür wurde der Bio-Betrieb der Familie Feichtinger. 20 Mutterkühe stehen mitten auf Stroh in luftigen Ställen und warten gemeinsam mit ihren Kälbern auf Grünfutter, das Bernhard Feichtinger ihnen in die Boxen schaufelt. Die weiblichen Kälber werden mit 13 Monaten geschlachtet, aber nicht auf irgendeinem weit weg gelegenen Schlachthof, sondern im eigenen Betrieb in der Münchendorfer Hauptstraße. Die Hausschlachtung ist mit hohen Auflagen verbunden, die kaum noch ein Bauer auf sich nehmen will. Die männlichen Kälber werden an Einstellbetriebe verkauft, die diese 21 Monate bis zur Schlachtung weiter mästen.

Tröber will die Konsumenten ohne falsche Romantisierung der landwirtschaftlichen Produktionsweise davon in Kenntnis setzen, wie Fleisch erzeugt wird und die Kunden dafür sensibilisieren, warum Fleisch aus Massentierhaltung nie den Preis von „familiärer“ Tierhaltung haben kann.

Karin Feichtinger, Bezirksobfrau des Teilbezirkes Mödling, erklärt: „Wir lassen das Fleisch nach der Schlachtung auch abhängen, so reift es noch etwas nach und entwickelt den idealen Geschmack.“

Die Feichtingers haben sich aus Überzeugung für die Mutterkuhhaltung entschieden. „Wir wollen so wenig wie möglich in die Tierhaltung eingreifen. Wir haben unseren Stier Thor, der die Besamung der Kühe vornimmt. Auch die Geburt der Kälber erfolgt so natürlich wie möglich.“