Volksschul-Zubau: Würfel sind gefallen. Die Mehrheit des Gemeinderates stimmte in einer geheimen Abstimmung für das Projekt von Bernhard Holletschek.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 01. Juni 2017 (04:25)
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Symbolbild

Jetzt war es also doch nicht das Siegerprojekt des Architektenwettbewerbes, das in die Realität umgesetzt werden soll. An erster Stelle nach dem Wettbewerb lag das Wiener Architektenbüro „nonconform“, der in der Südstadt ansässige Architekt Bernhard Holletschek auf Platz zwei. Eine rechtliche Verbindlichkeit, das erstgereihte Projekt umzusetzen, gab es nicht.

Die sogenannte Kernteam-Arbeitsgruppe mit Bürgermeister Josef Ehrenberger, SPÖ, Gemeinderätin Doris Kirstorfer, ÖVP, Herbert Beywinkler, Pro Münchendorf, und dem G21-Projektverantwortlichen Roland Wallner versuchte in stundenlangen Sitzungen und Diskussionen, die Vor- und Nachteile beider Entwürfe miteinander zu vergleichen und zu einem Ergebnis zu kommen.

"Es handelt sich um einen Volksschulzubau..."

Das Problem: die beiden Entwürfe waren kaum miteinander zu vergleichen, manche Planungsleistungen wurden vom Siegerprojekt erst nach mehrmaliger Aufforderung tatsächlich nachgereicht.

Bürgermeister Josef Ehrenberger sieht die Entscheidung pragmatisch. „Es handelt sich um einen Volksschulzubau und nicht um einen 30-klassigen Neubau auf der grünen Wiese“, will der Ortschef die Kirche im Dorf lassen. „Es gibt jetzt einen gültigen Gemeinderatsbeschluss, und mit dieser Entscheidung müssen wir leben.“

In der Sitzung selbst wurden noch einmal beide Projekte vorgestellt. 19 Gemeinderäte waren anwesend, der Gemeinderat folgte dem Vorschlag der ÖVP, den Clubzwang aufzuheben und über das Projekt geheim abzustimmen. Der Gemeinderat stimmte 8:11 für den Entwurf von Bernhard Holletschek.

Doris Kirstorfer erklärte: „Ich halte ,nonconform’ nach wie vor für den Schulraumexperten. Doch ich kann mit dem zweitgereihten Projekt genauso leben. Wir als ÖVP werden uns natürlich dafür einsetzen, dass wir die entsprechende Förderung vom Land erhalten, das ist Grundvoraussetzung für den Zubau.“