Münchendorfs Ex-Pfarrer verstorben

Erstellt am 22. Juni 2022 | 10:48
Lesezeit: 3 Min
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Pater Georg Laun ist verstorben
Foto: Steyler Missionare
Völlig unerwartet ist Pater Georg Laun SVD im 83. Lebensjahr verstorben. Er war unter anderem viele Jahre Hausökonom im Missionshaus St. Gabriel in Maria Enzersdorf, später auch Provinzökonom der Österreichischen Provinz der Steyler Missionare.
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Georg Laun wurde in Köln-Mühlheim geboren, besuchte das staatliche humanistische Gymnasium, das er 1956 abbrach, um eine Lehre als Elektromaschinenbauer zu machen. Diesen Schritt nannte er „Ausbruch aus der künstlichen Welt des Schulbetriebes in das richtige Leben“. Aus kirchlich aktivem Haus stammend, war er Gruppenleiter bei der Jungschar und bei den Pfadfindern. Da traf ihn durch die Predigt eines Brasilienmissionars der Ruf, Priester und Missionar zu werden. Laun absolvierte im zweiten Bildungsweg die Matura und trat 1962 im Missionshaus St. Gabriel ins Noviziat ein. Hier verband er das Theologiestudium mit einer Zusatzausbildung am Institut für Heimerziehung in Baden.

Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1971 wirkte Laun als Erzieher im Missionshaus St. Severin in Fürstenfeld und als Aushilfs-Seelsorger in den umliegenden Pfarren. 13 Jahre lang setzte er sich mit ganzer Leidenschaft für die Kinder und Jugendlichen ein. Abenteuerliche Wanderungen, Lagerfeuer, Kegelbahnen und Modelleisenbahn bauen, Theater spielen und im Sommer mit wenig Geld und viel Idealismus im Bus und mit Zelt durch Europa reisen, das alles hinterließ bei den ihm Anvertrauten bleibende Eindrücke.

Nach der Schließung des Internates übersiedelte er nach St. Gabriel, wo er zuerst als Hausökonom und dann als Provinzökonom in der Verwaltung eingesetzt war. Wieder war es ihm ein großes Anliegen, auch als Seelsorger zu wirken. Er wurde Kaplan in der Südstadt, Seelsorger am Landesjugendheim Hinterbrühl und schließlich Pfarrer in Münchendorf.

Seit seinem Eintritt in den Ruhestand als Pfarrer im Jahr 2010 bezeichnete er sich gern selbst als „Bruder Georg“ und knüpfte wieder bei seinem ursprünglich erlernten Beruf als Elektromaschinenbauer an. Er war Hauselektriker in St. Gabriel, stellte die Kirchenbeleuchtung auf LED um. Vor ein paar Wochen noch sorgte er für Licht in einer neuen Vitrine auf dem Gang und gestaltete schließlich die Grabkreuze auf dem Friedhof. 

Rektor Franz Helm SVS dankte "Pater Laun für seine große Hilfsbereitschaft und Einsatzfreude, für seine Gelassenheit, die Mitbrüderlichkeit, die Kartenspiel-Runden und den Humor. Und wir wünschen ihm, der eben noch eine Fußwallfahrt nach Mariazell unternahm und eine Reise nach Litauen plante, das endgültige Ankommen in der Fülle des Lebens bei Gott".

Nach einer Eucharistiefeier am Freitag, 1. Juli um 14 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche von St. Gabriel wird Laun am Friedhof zur Letzten Ruhe gebettet.

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